1. Meinung

Glaube im Alltag: Was für ein Sommer, der Corona-Sommer!

Religion : Was für ein Sommer, der Corona-Sommer!

Der dritte zu trockene Sommer in Folge, aber das Wetter ist geradezu ideal für den Urlaub zuhause oder im eigenen Land. Egal ob man sich auf Fahrrad- und Wanderwegen, in Innenstädten, in Schwimmbädern, auf Campingplätzen, in Hotels oder wo auch immer bewegt, man trifft auf Menschen, die sich Alternativen zu dem gesucht haben, was sie normalerweise in ihrem Urlaub gebucht oder gemacht hätten.

Man besinnt sich auf das Wesentliche und – nicht nur geografisch – auf das Naheliegendste. Wie paradox sich das Leben doch durch eine Krise manchmal verändert. Man rückt irgendwie trotz Hygieneregeln und Abstandsgeboten näher zusammen. Das Vertrauen in sich selbst, die Mitmenschen und nicht zuletzt das Gottvertrauen scheinen gestärkt zu werden. Und das ist gut so! Denn durch eine wie auch immer geartete Krise werden wir mehr oder weniger schnell aus unserer Komfortzone herauskatapultiert und müssen uns plötzlich in einer unbequemen Risikozone bewegen. Diese ist uns suspekt und unsere Bewegungen erstrecken sich auf einer Skala von unsicher bis panisch. Wohl dem, der stabile Grundwerte hat, auf die er zurückgreifen kann. Auch wenn sie vielleicht etwas brach lagen oder angestaubt zu sein scheinen, aber sie bieten Orientierung und Stabilität.

Die Liebe zu Gott, sich selbst und dem Nächsten werden ganz sicher nicht oft außerhalb des Kirchenraumes als solche benannt, aber sie werden gelebt. Ethische Prinzipien, die letztlich fast immer eine christliche Basis haben, spielen in unserem Alltag wieder eine größere Rolle. Man ist sich mehr oder weniger bewusst, dass solidarisches und subsidiäres Verhalten zum Ziel und durch die Krise führen. Egozentrik und Eigennutz sind fehl am Platz. Vertrauen wir darauf, dass wir selbst mit unseren Mitmenschen und Gottes Hilfe unsere Entscheidungen so treffen, dass die Risikozone mehr und mehr ihren Schrecken verliert und wir uns immer sicherer darin bewegen können.