1. Meinung

Glaube im Alltag zu Christi Himmelfahrt

Christi Himmelfahrt : Abschied und Verheißung 

Sonntagabend am Bahnhof. Zeit für Abschied. Ein Paar umarmt sich. Der Zug fährt ein. Die Frau steigt ein, sucht einen Fensterplatz. Ihr Freund folgt ihr von außen und legt seine Fingerspitzen auf die Fensterscheibe.

Sie legt ihre Hand von innen dagegen. Ein letzter inniger Kontakt. Dann fährt der Zug an. Abschied nehmen ist schwer. Verliebte zählen die Stunden bis zum Wiedersehen. Und wenn man für immer Abschied nehmen muss, ist die Endgültigkeit wie ein Schock. Vielleicht gab es noch eine Geste der Nähe. Vielleicht blieb vieles ungesagt.

Der Himmelfahrtstag erinnert an die Spannung zwischen Abschied und erhofftem Wiedersehen. Die Jünger müssen sich von Jesus endgültig verabschieden. Er verlässt den Bereich des Irdischen, fährt zum Himmel auf, heißt es. Doch Jesus verlässt sie mit einer Verheißung: Der tröstende Geist wird kommen und mit ihm die Hoffnung auf ein Wiedersehen. Diese Hoffnung schenkt Lebenskraft.