Glaube im Alltag zu platonischer Liebe

Glaube im Alltag : Platonische Liebe

Nein, das heißt nicht,  dass man sich nicht berührt, nicht küsst, nur auf Distanz liebt. Es ist vielmehr die Liebe in guter Balance, zwischen Körper und Geist, Sinnen und Seele, Lust und Zurückhaltung.

Liebe, wie sie eigentlich am Schönsten ist, erfüllend und vielleicht gerade so auch dauerhaft.  Passen diese Vorstellungen noch in eine moderne, globalisierte Welt? Wo Menschen sich begegnen, verlieben sie sich auch – hin und wieder.  In weltumspannenden Begegnungen entstehen weltumgreifende Liebesbeziehungen. Wochen, monatelange Distanz, bevor man sich wieder mit allen Sinnen liebt. Nicht alle halten solche Zeiten der auf Geist und Herz konzentrierten Liebe aus. Menschen aber, die das schaffen, erleben ihre Liebe oft in unglaublicher Intensität. Im Alltag ohne sie/ihn spannt man seine Gedanken und Gefühle immer wieder nach dem Menschen seiner Liebe aus. Die bis dahin auf das Eigene bezogenen Gedanken weiten sich zu einem Dialog: „Was denkst du gerade? Wie würdest du entscheiden? Schau mal, wie schön! Ob du in diesem Augenblick das Gleiche fühlst wie ich?“ Es ist manchmal gerade die unerfüllte Sehnsucht, die so nah zusammenführt, dass Gedanken und Herzen sich berühren. Man lernt, allein und doch nicht allein, das Leben mit dem Geliebten zu teilen, es auch mit seinen Augen zu sehen, ihn mitzunehmen, ihn zu hören, zu fragen, auf ihn einzugehen. Augenblicke des Unerfüllten können sehr erfüllend sein. Platonische Liebe, Liebesgedanken der Antike in einer globalisierten Welt. Ob die JüngerInnen in ihrer Liebe zu Jesus nicht Ähnliches erlebten? Himmelfahrt, Trennung von Jesus. Doch nun, erst jetzt, beginnen sie wirklich die Welt mit Jesu Augen zu sehen, Menschen in seiner Liebe zu begegnen. Ein neuer Geist erwacht. Pfingsten ganz nah!