1. Meinung

Glaube im Alltag zu Sophie Scholl und dem Nationalsozialismus

Glaube im Alltag : Nie wieder Ausgrenzung

An diesem Samstag vor 76 Jahren wurde Deutschland vom Nationalsozialismus befreit. Am 8. Mai 1945 endeten die NS-Diktatur und der Zweite Weltkrieg. Passend dazu ist in dieser Woche eine Memo-Studie zur Erinnerungskultur in Deutschland erschienen.

Sie wurde durchgeführt vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld (www.stiftung-evz.de).

Tausend Menschen zwischen 16 bis 87 Jahren wurden unter anderem zu ihrem Wissen über die Opfergruppen der NS-Diktatur befragt. Der größte Teil der Befragten nennt Jüdinnen und Juden, weniger als die Hälfte die Gruppe der Sinti und Roma, ein Viertel nennt die Gruppen der Homosexuellen, der politisch Verfolgten, der Kranken und Menschen mit Behinderungen, etwa jeder zehnte Befragte macht gar keine Angaben. Nur ein kleiner Teil der Befragten nennt andere konkrete Opfergruppen, etwa Angehörige von Widerstandsgruppen, religiösen Gruppen oder spezifischen Berufsständen.

Die Studie zeigt: Es braucht Erinnerungskultur, um heute Ausgrenzung und Verachtung von Menschen mit all ihren grausamen und tödlichen Konsequenzen unmöglich zu machen.

Am 9. Mai 2021 wäre Sophie Scholl 100 Jahre alt geworden. An sie erinnert das Projekt „Ich bin Sophie Scholl“. Auf einem Instagram-Kanal erhalten die Nutzer Einblicke in die letzten zehn Monate der Studentin und NS-Widerstandskämpferin. Von der Schauspielerin Luna Wedel verkörpert, wird in den kommenden zehn Monaten Sophie Scholls Leben an der Universität München und ihr Widerstand in der Weißen Rose thematisiert.

Das Projekt „Ich bin Sophie Scholl“ versucht gerade auch jungen Menschen Geschichte nahezubringen, um die Gefahr von Ausgrenzung und Intoleranz unter die Haut gehen zu lassen.

Der Jahrestag an diesem Samstag  mahnt uns Nachgeborene, verantwortet mit der Erinnerung an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte und an die Opfer der NS-Diktatur umzugehen, damit es nie wieder zur Ausgrenzung von Menschen kommt. Nur so kann dieses Land als ein menschenwürdiger und lebenswerter Ort für alle gestaltet werden.