1. Meinung

Glaube im Alltag zum Thema wunderbar

Religion : Wunderbar!

Du bist wunderbar! Kennen Sie diese schöne, fast ein bisschen prickelnde Verlegenheit, auf solche Worte keine Antwort zu finden? Sich überschlagendes Glück, eine sehr bewegende Sprachlosigkeit. So nah an ein Wunder gerückt, was könnte man da noch erwidern?

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Wie ist ein Mensch, der wunderbar ist? So, dass man gar nicht anders kann als ihn anlächeln. So, dass man spürt, dieser Mensch strahlt Gutes aus. Man will und kann sich ihm gar nicht entziehen. Gleichzeitig kann man diesen Menschen in diesem wunderbaren Moment gar nicht fassen, zu groß, zu tief, zu weit. Ein Geheimnis, ein wunderbares Geheimnis, dieser Mensch. Auf einen solchen Menschen freut man sich.

Ist er nicht da, fehlt etwas. Doch genauso spürt man, wie dieser Mensch beschenkt, erfüllt, reich macht. Immer bleibt etwas von ihm zurück. Mehr und mehr von seiner Kostbarkeit trägt man mit der Zeit in sich.

Du bist wunderbar! Diese Worte passen durch keinen Hörer, sprengen alle digitalen Kapazitäten. Sie sprechen aus dem ganzen Gesicht heraus. Wie schön, dass wir wieder so miteinander reden können, mehr und mehr! Kostbare Worte, darum auch selten.

Und meist ist da noch eine „Kleinigkeit“, bevor man sie einem Menschen schenkt: Man schaut sich an und plötzlich ist es, als entdecke man im Blick des anderen einen Hauch von sich selbst. So, als sammle sich in diesem wunderbaren Licht des anderen auch etwas von dem Glanz, den man selbst, jeder Mensch, in sich trägt. Vielleicht ist es ganz besonders auch diese Entdeckung: Wunderbar ist ein Mensch vor allem auch darin, dass er andere für einen Moment ahnen lässt, auch sie sind wunderbar. Etwas davon muss empfunden haben, wer vor langer Zeit diese schönen Worte in einem Gebet fand: „Ich danke Dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin.“ (Psalm 139,14)