1. Meinung

GLAUBE IM ALLTAG

GLAUBE IM ALLTAG : Zum glücklichen Gelingen!

Vermutlich im November 658 wurde in Northumbrien (England) ein Junge geboren. Sein zusammengesetzter Name bedeutet im Angelsächsischen „Wille“ und „Speer“: Willi-Brord. Er kam zur Ausbildung in das Benediktinerkloster Ripon, wuchs dort auf, wurde geschult und 688 zum Priester geweiht.

690 verließ er die Insel zusammen mit zwölf Begleitern. Sein Auftrag: den Friesen das Christentum zu bringen. Willibrord war strategisch clever: Er ordnete sich Pippin II. (um 640/50-714) unter und wurde von ihm 691 nach Rom zum Papst geschickt. Der bevollmächtigte ihn zur Mission.

695 reiste Willibrord zum zweiten Mal nach Rom, wurde Erzbischof und bekam den Beinamen Clemens (der Gütige). Seine Strategie, Kontakte zum Adel zu halten, half ihm, seinen Missionsauftrag erfolgreich zu verfolgen. Dabei lernte er auch die Äbtissin Irmina von Oeren kennen. Sie und ihre Familie schenkten ihm Land, Pfarrkirche und Kloster in Echternach. Dort errichtete Willibrord eine neue, große Kirche und ein Kloster, wohin er sich in seinen letzten Lebensjahren öfter zurückzog. In der Nacht zum 7. November 739 starb er im Alter von 81 Jahren und wurde in der Abteikirche Echternach beigesetzt. Heute ist sein Gedenktag.

Schon erstaunlich, dass ein junger Mann im Alter von 32 Jahren seine Heimat verlässt und in eine ungewisse Zukunft geht. In Begleitung zwar, aber er weiß nicht, was ihn erwartet, wie man ihm begegnet und was am Ende seines Lebens sein Lebenswerk gewesen sein wird. Es gibt von Hans-Jürgen Netz ein Lied, dessen Refrain lautet: „In Gottes Namen geht voran zum glücklichen Gelingen!“ Zwei wesentliche Merkmale von Willibrord kommen zum Ausdruck. Gottvertrauen und Zuversicht.

Und da wird er für mich, unser Dekanat Sankt Willibrord Westeifel, unsere Region, unser Bistum und für die Neuausrichtung unserer Kirche zum Vorbild: Wir sind in einer Situation, die von Unsicherheit und Ungewissheit geprägt ist. Wir wissen, dass Veränderungen und Neubeginne vor uns liegen. Wir können zögern und zaudern, jammern und klagen und uns mit aller Gewalt dafür einsetzen, dass alles so bleiben soll, wie es ist. Wir können aber auch wie Willibrord unsere Zukunft in die Hand nehmen mit dem Ziel, für andere da zu sein, ihnen zu erzählen, was unser Leben sinnvoll macht und aus welcher Zuversicht heraus wir leben. So wünsche ich mir und uns: „In Gottes Namen geht voran zum glücklichen Gelingen!“