Glaube im Alltag

Glaube im Alltag

Osterhasen und Ostereier beherrschen die kommerzielle Seite von Ostern in der Werbung und in den Geschäften. Trotz dieser Übermacht weiß die Mehrheit der Menschen in Deutschland vom christlichen Ursprung des Osterfestes, wenn auch manchmal sehr diffus: Das war irgendwas mit Jesus.

Und immerhin gehen etwa dreimal so viele Christinnen und Christen an Ostern zum Gottesdienst wie an den übrigen Sonntagen. Die Auferweckung Jesu von den Toten als Inhalt des Festes ist weniger bekannt. Dennoch glauben die meisten Menschen an ein Leben nach dem Tod. Die Vorstellungen gehen aber weit auseinander. Neben Gedanken an Weiterleben in einer Nebenwelt und Wiedergeburt findet sich auch Vertröstung auf ein besseres Leben im Jenseits. Warum also der Glaube an die Auferstehung? Das Zeugnis der Bibel, der jahrhundertelangen Erfahrung von Menschen mit Gott, ist glasklar: Es hilft leben, sich auf diesen Gott einzulassen. Dabei ist der Gott der Bibel kein netter alter Herr, der den Menschen beim Spiel ihres Lebens nur zuschaut. Dieser Gott stellt vielmehr die Menschen auf ihre eigenen Füße, in ihre eigene Freiheit und Verantwortung, in ihr je eigenes und gemeinsames Leben. Und dieser Gott spielt mit. Auch wenn es für die meisten Fragen und Probleme keine Patentlösung gibt, so gibt es doch die Erfahrung kleiner Schritte und kleiner Auferstehungen mitten im Leben: Wiedergutmachung nach erlittenem Unrecht, eine unerwartete Entschuldigung, ein Lichtblick in dunklen Zeiten des Lebens. Diese kleinen Erfahrungen geben mir die begründete Hoffnung, dass am Ende auch meine großen ungelösten Fragen vor Gott ihre Antwort finden. Ingrid Müller, Pastoralreferentin in Trier