1. Meinung

Glaube im Alltag

Glaube im Alltag

Guter Start ins Kinderleben… Minderjährigkeit, psychische oder andere Belastungen der Mutter oder auch der Verdacht auf eine finanzielle Notlage - diese Gesichtspunkte hätten sich ja vermutlich auch gefunden, hätte damals am Stadtrand von Bethlehem jemand zufällig mal in diesen bestimmten Stall hereingelugt.

Weil er oder sie zum Beispiel hörte, wie da ein Kind weinte, ziemlich jämmerlich… Eine minderjährige Mutter? Gibt's da vielleicht eine finanzielle Notlage? Besondere Belastungen in der Schwangerschaft: Wenn Hebammen, Krankenschwestern, Ärztinnen solche Anzeichen erkennen, sollen sie sofort Hilfemaßnahmen einleiten. Ein Modellprojekt, unter anderem in Trier. Allein im Dezember gab es fünf besonders hilfebedürftige Säuglinge. Eines der Kinder war sogar in einer lebensbedrohlichen Lage, konnte aber gerettet werden. Der TV berichtete. Es ist gut, dass es das Modellprojekt "Guter Start ins Kinderleben" gibt; das sollte schnell überall selbstverständlich werden. Denn an sich sollte doch einfach jedes Kind willkommen sein und gut versorgt und liebevoll gepflegt und ernährt. Wo sind wir eigentlich, dass es da inzwischen spezieller Programme bedarf? "Kinderrechte ins Grundgesetz!" - etwa, weil die Eltern und die Familie sich nicht mehr genug kümmern? Einen besseren Start ins Kinderleben hätte man dem Kind damals in Bethlehem durchaus wünschen können; andererseits hat dieses Kind doch schon gleich mit dem ersten Schrei ein Zeichen gesetzt: Dass Gott eher am Rand der Gesellschaft zu finden ist; dass er auch hilfebedürftig sein kann, wie so viele Kinder noch heute. Und in denen, gerade in den Ärmsten, begegnet er uns. In diesem Sinne: ein gesegnetes Weihnachtsfest! altfried g. rempe Pastoralreferent, Trier altfried.rempe@bistum-trier.de