1. Meinung

Glaube im alltag

Glaube im alltag

Michael aus Boston hat eine. Und Luigi aus Rom.

Und Johannes aus Trier, der hat gleich zwei - Orgelpfeifenpatenschaften. Zusammen mit rund 300 anderen Menschen haben sie einen Geldbetrag gespendet. Für eine ganz bestimmte Orgelpfeife, die sie sich ausgesucht haben. In knapp zwei Jahren wird diese Pfeife erklingen. Zusammen mit 6006 anderen Orgelpfeifen. Denn dann ist die neue Orgel fertig. In der Konstantin-Basilika in Trier wird sie zu hören sein. Dann hat unsere Kirche 70 Jahre nach dem Ende des Krieges endlich wieder ein Instrument, auf dem die Vielfalt der Orgelmusik auch gespielt werden kann. Luigi, Johannes, Michael - und all die vielen anderen, sie helfen, dass die Orgel für die Trierer Basilika überhaupt gebaut werden kann. Und sie sind eine besondere Beziehung eingegangen. Zu einer Orgel! "Ich habe mir ein D ausgesucht." Schreibt etwa Luigi. "Denn so beginnt der Name meiner Frau." Zum Hochzeitstag waren die beiden in Trier. Sie haben lange in der Basilika gesessen. Und die Weite des Raumes hat sie still werden lassen. In der Ruhe haben sie gespürt: "Unsere Liebe ist nicht selbstverständlich. Sie ist ein Geschenk Gottes." Daran wird sie die Orgelpfeifenpatenschaft immer erinnern. Ich staune über alle diese Geschichten, die ich zu hören bekomme. Von Menschen, die sich für unsere neue Orgel einsetzen. Die Geschichten sind so vielfarbig wie die verschiedenen Orgelklänge selbst. Für mich sind sie alle wichtig. Denn sie machen deutlich, was Kirche bedeutet. Für Menschen aus Trier - und aus der ganzen Welt. Kirche, das ist zum Beispiel der Ort, wo ich zur Ruhe kommen kann. Wo ich dem nachspüren kann: Was ist mir wichtig in meinem Leben? - So wie das Luigi aus Rom erlebt hat. Die Klänge der Orgel - sie ziehen uns dabei in eine andere Welt hinein. Die umfassender ist als alles, was ich sehen kann. Nun, ich bin gespannt, welche Geschichten ich noch erfahre. Denn 400 Orgelpfeifenpatenschaften, die sind noch möglich. Pfarrer Guido HepkeEvang. Kirchengemeinde Trier