1. Meinung

Glaube im Alltag

Glaube im Alltag

Nun laufen in Sotschi die olympischen Wettkämpfe. Eine beeindruckende Feier hat sie gestern Abend eröffnet.

Ein großer Olympiapark ist dort in den letzten Jahren an der Schwarzmeerküste entstanden. Was bleibt, ist das ungute Gefühl, dass hier Menschen um ihre Heimat gebracht und Arbeiter nicht fair entlohnt wurden. Eine Stadt mit Palmen bekam den Schnee verordnet und wurde auf Winter getrimmt. Olympia trägt bisweilen kuriose Blüten, nicht nur in Sotschi. Sportliche Großereignisse gehen oft einher mit unglaublichen Bauprojekten und Geldbewegungen. Man fragt sich, ob das den Aufwand lohnt ... In einer Beziehung bin ich allerdings sicher, dass Olympia viel Gutes mit sich bringt: Sportler und Fans zeigen, dass sie sich nicht instrumentalisieren lassen für politische und wirtschaftliche Interessen. Auch wenn uns jeder auf Wollmütze und Ski sein Sponsorenlogo in die Kamera hält - ich hoffe und glaube es auch: Der Sport, der Wettkampf und die internationale Begegnung machen den Geist von Olympia aus. 2800 Menschen aus allen Kontinenten, verschiedener Hautfarbe, unterschiedlicher Weltanschauungen und Religionen kommen und leben zusammen, messen sich im Wettkampf und bilden für eine begrenzte Zeit eine friedliche Weltgemeinschaft, die man sich sonst nur wünschen kann. Allerdings ist der äußere Sicherheitsaufwand für diesen Olympia-Frieden enorm hoch und teuer. Dabei braucht es doch zum Frieden eigentlich gar nicht so viel. Ich frage mich selber, wie ich denn heute oder morgen ganz konkret etwas für den Frieden tun kann. Nicht grad in Sotschi, sondern hier. Unspektakulär, ohne Flamme, Eid und Hymne. Einfach so. Um des Friedens willen ... Ich wünsche Ihnen ein schönes und friedliches erstes Olympiawochenende! Pastor Stefan Dumont, Trier