1. Meinung

Glaube im Alltag

Glaube im Alltag

Mitten im Leben hat der Tod 150 Menschen getroffen, im Flugzeug unterwegs von Barcelona nach Düsseldorf. Mitten aus dem Leben heraus hatte ein Bekannter eine 16-jährige Triererin gerissen - gerade vor zwei Wochen .

.. Mitten im Alltag treffen solche Nachrichten wie die am Dienstag viele in Deutschland, in Spanien und in Frankreich - und vor zwei Wochen irgendwie die ganze Stadt Trier. Viele erinnert auch das Unglück in den französischen Alpen wieder daran, dass Menschen ihr Leben letztlich nicht selbst in der Hand haben. Fassungslose Trauer greift um sich, trotzdem. Und zu schweigen angesichts so vieler Toter: das kann ja auch eine gute Reaktion sein. Andererseits: Christen dürfen glauben und hoffen, dass sich mitten im Tod das Leben finden lässt. Auch deswegen steht die Kirche und stehen die Christen an der Seite der Angehörigen und Freunde und der Mitschüler der Toten; sie teilen ihre Trauer, spüren ihre Fragen und Zweifel. Es sind ja auch ihre eigenen Zweifel und Fragen. Hoffentlich finden die am Leben Gebliebenen jetzt Hilfe und Beistand - von Nachbarinnen und Nachbarn, von ausgebildeten Begleitern, vielleicht auch in der Gemeinschaft ihres eigenen Glaubens. Viele werden die beim Flug "4U9525" Gestorbenen in ihre Gebet einschließen: Einzelne Christinnen und Christen, Pfarreien und Gemeinden und Ordensgemeinschaften tun das. Als Christen glauben wir ja: Ein neues Leben wartet auf jede und jeden von ihnen und auf uns alle. Daran glauben Christen und feiern es - gerade jetzt, wenn die Kirche Jesus begleitet auf seinem Weg durch Leiden und Tod hindurch. Deswegen ist morgen Palmsonntag und dann die Karwoche und schließlich Ostern: das Fest des Lebens mitten im Tod. Altfried G. Rempe, Pastoralreferent in Trier