1. Meinung

Glaube im Alltag

Glaube im Alltag

Jedes Jahr bin ich froh, wenn die Uhr Ende Oktober umgestellt wird. Die "geschenkte" Stunde tut mir gut.

Die Sommerzeit verführt mich dazu, das Tageslicht noch zu Arbeiten im Freien zu nutzen und dann zu spät ins Bett zu gehen. Morgens reißt mich der Wecker dann aus dem Schlaf. Der Wechsel von Sommerzeit zur Winterzeit erinnert mich an den Kreislauf des Lebens. Auch da gibt es immer wieder Wechsel: Werden und Vergehen, Wachsen und Schrumpfen, Aufleben und Ableben. Die Schöpfung funktioniert nach einer inneren Uhr. Das wussten die Menschen schon von alters her. In der Bibel lese ich darüber im Prediger Salomo: Alles hat seine Zeit: Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit ... weinen hat seine Zeit, lachen hat eine Zeit ...." Der Mensch soll weise handeln, die göttliche Ordnung erkennen und das Beste daraus machen. Denn alles Irdische ist vergänglich. "Ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinen Mühen, das ist eine Gabe Gottes." Ich halte diese Auffassung für einen guten Tipp gegen Stress und Perfektionismus. Wenn ich Ja sage zu dem Auf und Ab des Lebens, das Meine tue im Bewusstsein durch Gott getragen zu sein, dann führt das im Alltag zu einer Gelassenheit, die mir gut tut und Gott die Ehre gibt. Elke Füllmann-Ostertag, Pfarrerin, Trier