1. Meinung

GLAUBE IM ALLTAG

GLAUBE IM ALLTAG

Ich weiß nicht, ob der Papst seinen Schreibtisch abends aufräumt. Schaut man auf das, was von diesem Schreibtisch derzeit über Umwege hintenrum in die Öffentlichkeit gelangt, könnte man fast meinen, er ließe manches liegen .

.. Ein neues Schreiben hat nun den Weg nach draußen gefunden: Ein paar gute Gedanken und ein Aufruf, die Fußball-EM als großes Sport- und Friedensfest zu begehen. Seit gestern Abend läuft der Ball und heute sind Jogis Jungs an der Reihe. Natürlich kicken wir alle mit und drücken die Daumen. Auf Plätzen, in Kneipen und Biergärten, auf Terrassen, Balkonen und in Wohnzimmern läuft die Live-Übertragung. Still ist es in der Stadt, wenn sich der Angriff auf dem Spielfeld formiert und aus den Häusern der Nachbarschaft vernimmt man lautstark, wenn er in ein Tor verwandelt oder am Pfosten gescheitert ist. Wahnsinn. Auf einmal sind wir alle eins. In der Freude und im Leid. Der Sport lässt uns zusammenrücken, verbindet und schafft Gemeinschaft. Ist das nicht wunderbar? Das schreibt der Papst übrigens auch in seiner Botschaft zur EM, wenn er es auch etwas anders ausdrückt. Aber er meint es so. In der Art, wie dieser Wettbewerb den Alltag der Menschen in Europa in den kommenden vier Wochen prägt, kommt etwas Gutes zum Ausdruck: Gemeinschaft, Friede und Freude. Das sind Grundhaltungen menschlichen Zusammenlebens, es sind Gaben Gottes an uns Menschen. Zugegeben, das klingt jetzt nicht wirklich spektakulär. Aber es lohnt, sich gelegentlich in Erinnerung zu rufen, dass mit dem, was Gott uns ins Leben mitgegeben hat, Gerechtigkeit, Solidarität und Friede möglich ist. Weltweit. Wir müssen nur den Raum dafür schaffen, dass diese Werte eine Lobby haben - zu jeder Zeit. Dann könnten am Ende alle als Sieger auf dem Platz stehen. Das wär\' doch was ... Pfarrer Stefan Dumont, Pfarramt Heilige Edith Stein, Trier