1. Meinung

GLAUBE IM ALLTAG

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Meinung11 September: Innehalten und gedenken Schau mal, da fliegt ein Flugzeug in den Wolkenkratzer. - Kind, das kann nicht sein.

Doch, es konnte. Die Bilder im Fernsehen, von unserem Jüngsten beim Einkaufen zufällig in einem flimmernden Bildschirm wahrgenommen, sie waren bittere Realität. Die TV-Bilder haben sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt: Die zusammenstürzenden Türme des World Trade Centers in New York. Der 11. September 2001 gilt für viele Menschen als Zeitenwende: Der kalte Krieg war zu Ende. Folgte nun ein Zeitalter des Terrorismus? Eine der größten Religionsgemeinschaften dieser Welt geriet unter Generalverdacht. Auch die Kriege im Irak und Afghanistan waren die Folge von "Nine-Eleven". Zehn Jahre ist das her. Ein Anlass, um innezuhalten. Und der Menschen zu gedenken, die an jenem 11. September und seitdem Opfer von Terror und Gewalt wurden. Ich meine: Das Erinnern und Gedenken nötigt uns dazu, um sichtbar Konsequenzen zu ziehen für unsere Gegenwart und Zukunft. Damit der Terror sein Ziel nicht erreicht: Aufspaltung der Gesellschaft durch Diffamierung und Radikalisierung. Genau deshalb kommen am Abend des 11. September Christen und Moslems, Juden und Bahai\'i zusammen. Hier bei uns in Trier. Zu einem Interreligiösen Gedenken. Um ein Zeichen zu setzen für Frieden und Toleranz. Denn das ist die Botschaft aller Religionen: Für Terror und Gewalt kann es keine Rechtfertigung geben. Der Gott, der uns Menschen geschaffen hat, stiftet uns dazu an, mit den anderen in Frieden zu leben. Denn alle diese anderen sind ebenso von Gott geschaffen und geliebt. - "Behandelt die Menschen so, wie ihr von ihnen behandelt werden wollt." So sagt Jesus Christus das (Matthäus 7,12). Diese Worte geben Orientierung - auch nach dem 11. September. Nicht nur für Christenmenschen. Pfarrer Guido Hepke, Evangelische Kirchengemeinde Trier