1. Meinung

Glaube im Alltag

Glaube im Alltag

An diesem Sonntag wird der Volkstrauertag begangen. Meine Gedanken wandern zurück in die Zeit, als dieser Tag "Heldengedenktag" hieß.

Der gefallenen Soldaten wurde als "Helden" gedacht, die für Volk und Vaterland ihr Leben ließen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein Perspektivwechsel vollzogen, der Tod als Soldat nicht mehr verklärt, sondern die Realität angeschaut. Heute erinnern wir uns der Menschen, die während der NS-Herrschaft ihr Leben verloren und allgemein der Opfer von Krieg und Gewalt. An die Soldaten, deren Leben so abrupt ausgelöscht wurde, denke ich, wenn ich heute von jungen Männern höre, die freiwillig in den Nahen Osten reisen, um sich der Miliz des IS anzuschließen. Warum tun sie das? Diese Frage haben sich auch schon Fachleute gestellt. Mag sein, dass einfache Antworten auf schwierige Fragen nach dem Sinn des Lebens dazu beitragen. Dass es erstrebenswert erscheint, in einer verschworenen Gemeinschaft für eine "gute" Sache zu kämpfen und auch das eigene Leben nicht zu schonen, wenn auch unter der Bedingung des absoluten Gehorsams. Vielleicht reizt auch die Aussicht, ein Held zu werden, tot oder lebendig. Irgendwann werden sie merken, dass sie den falschen Propheten nachlaufen. Davor wird schon in der Bibel gewarnt. Man erkennt diese Verführer daran, dass sie große Versprechungen machen, und wenn es ernst wird, halten sie sich im Hintergrund. Da ist es doch besser, sich Jesus als Herrn auszusuchen und ihm nachzulaufen. In seiner Gemeinschaft braucht man weder Verstand noch Gefühl abzulegen, ganz im Gegenteil: Man/frau braucht alles, was Gott ihm/ihr in die Wiege gelegt hat, um mit dem eigenen Einsatz die Welt ein Stückchen besser zu machen. Elke Füllmann-Ostertag, Pfarrerin aus Börfink