GLAUBE IM ALLTAG Glauben ist nicht Wissen, aber auch kein Unwissen

Folgende Geschichte beschreibt das Dilemma  bei der Beweisführung mit dem Glauben: Ein Atheist, ein Philosoph und ein Theologe sind zusammen in einen dunklen Raum eingesperrt.

 Monika Dondelinger Glaube im Alltag

Monika Dondelinger Glaube im Alltag

Foto: Caritasverband Westeifel

Sie sollen eine schwarze Katze finden. Der Atheist sucht erst gar nicht. Für ihn steht fest, dass es keine schwarze Katze in diesem Raum gibt. Der Philosoph tappt unsicher im Dunkeln herum, um die Katze zu suchen, die durchaus da sein könnte. Der Theologe sagt: Ich habe sie. Es ist aber auch nur eine Behauptung. Die Frage ist, ob sich die schwarze Katze tatsächlich im Raum befindet.

Gibt es die Katze, und kann man sie finden? Wer sucht, der findet, und wer nicht sucht, wird auch nicht finden können. Es sei denn, die Katze berührt einen. Aber auch das muss nicht als Beweis für ihre Anwesenheit  gelten. Und wie will man anderen glaubhaft machen, dass es eine Katze war, die einen angestoßen hat?

Wenn die Erfahrung gemacht wird, dass Gott einen im Leben begleitet, wird man glauben. Durch Untersuchungen konnte bewiesen werden, dass gläubige Menschen glücklicher sind und schwere Zeiten besser bewältigen können.

Wer hingegen die Erfahrung macht, dass kein Gott hört oder hilft, für den ist die Abkehr ein konsequentes Verhalten.  Es ist gut nachvollziehbar, dass es zu Zweifel und  Enttäuschungen kommen kann, wenn das Leben die Erwartungen nicht erfüllt und es vielleicht  ganz besonders „dicke“ für einen kommt. Manche stellen dann die Frage „kann es einen Gott geben, wenn er dies alles zulässt?“ Wer davon überzeugt ist, dass kein Gott existiert, könnte auch davon überzeugt sein, dass es keine Liebe und keine Lebensfreude gibt. Auch diese kann man nicht sehen. Man spürt nur die Auswirkungen oder die Auswirkungen von fehlender Liebe oder Lebensfreude. Wer hingegen sie erlebt, ist glücklich, und trotz eintretender Enttäuschungen geben die Menschen der Liebe neue Chancen. Sie tun was dafür. Warum nicht auch aus eigenem Interesse dem Glauben an Gott mehrere Chancen geben?