1. Meinung

Glaube im Alltag: Glücksgefühle light?

Glaube im Alltag : Glücksgefühle light?

Wenn es etwas gibt, was uns Menschen miteinander vereint, dann ist es sicherlich unser aller Streben nach Glück. Dabei wissen wir alle, dass es das Glück nicht gibt, dass Glücksgefühle meist nur von kurzer Dauer und nicht unendlich wiederholbar sind.

Und trotzdem suchen wir solche Momente immer wieder und das ist auch gut so.

In den Blick kommt dann auch schnell die Frage, wo wir dieses Glück suchen und besser: wie es uns finden kann. Nun, wir wissen wohl alle: Glück kann man nicht machen, es fällt einem eher zu. Aber davon will unsere moderne Welt nichts wissen. Getreu der Devise: „Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied“ wird uns an jeder Ecke suggeriert, dass das mit dem Glück kein Zufall ist, sondern in unseren eigenen Händen liegt.

So eine moderne Glücksquelle scheinen für viele die sozialen Medien zu sein. Auf Facebook gefühlte 400 Freunde zu haben, soll das etwa nicht glücklich machen? Jeder, der dies in Zweifel zieht, und es gibt gute Gründe dafür, wird gerne als analog, rückständig und unmodern hingestellt.

Gäbe es da nicht seriöse Studien darüber, was den Menschen wirklich glücklich macht und was nicht. Vor kurzem kam eine solche Studie wieder einmal zu dem Ergebnis, dass digitale Kontakte nicht glücklich machen. Zum Glücklichsein bedarf es der körperlichen Präsenz und des „Sich-Fühlen-Könnens“. Chatten, und auch das Telefonieren, erzeugen dabei weit weniger positive Gefühle als sich zu sehen und etwas miteinander zu erleben und zu unternehmen. So produziere der regelmäßige Kontakt mit der Erzieherin im Kindergarten, der sich morgens und abends ergibt, wenn das Kind von der Kita abgeholt wird, mehr positive Energie, als wenn ich mit einer Freundin oder einem Freund mehrmals in der Woche am Telefon spreche oder per WhatsApp kommuniziere.

Glücklichsein braucht reale Nähe und den persönlichen Austausch. Die Massenkommunikation über die sozialen Medien mag einfach und schnell gehen, aber sie hat auch ihren Preis: den Preis der Oberflächlichkeit und der Unverbindlichkeit. Damit sollten wir uns nicht zufrieden geben. Das Leben ist zu kostbar, als dass wir uns nur mit Glücksgefühlen light zufrieden geben müssten.