1. Meinung

Hermann Berth zum Palmsonntag

Religion : Palmsonntag

Die Karwoche beginnt am 28. März mit dem Palmsonntag. Die Liturgie dieses Tages ist geprägt von der Palmprozession: Die Gläubigen bringen dann Palmzweige mit. Der Priester segnet sodann die Palmzweige.

In der Antike waren sie ein Sinnbild für Sieg, Freude und Frieden. Heute sind die Palmzweige für uns Zeichen des Lebens und des Sieges, den Jesus Christus in seinem Tod und seiner Auferstehung über alle destruktiven Mächte dieser Welt errungen hat.

In der Palmprozession leuchtet schon etwas von der großen Osterfreude auf. Dieser Jesus, der in dieser Woche viel Leid erfahren wird, geht als der Friedenskönig durch das Leid hindurch. Frieden und Leid, das sind zwei Pole, die offensichtlich zusammengehören.

Wir erleben es heute ähnlich: Wer sich für den Frieden einsetzt, der erfährt Leid – er wird als „Gutmensch“ abgestempelt, er wird von den Menschen, die voller Hass sind, angefeindet. Die Palmprozession ist mehr als eine historische Erinnerung an den Einzug Jesu in Jerusalem. Sie ist vielmehr eine Einübung in das Vertrauen, dass am Ende unseres eigenen Passionsweges der Sieg und der Friede stehen werden. Angesichts des bevorstehenden Leidensweges singen wir dem Friedenskönig freudige Lieder. Wir begleiten ihn auf seinem Weg. Und weil von diesem Jesus Frieden ausgeht, dürfen wir darauf vertrauen, dass auch wir unseren Weg durch manches Leid, das uns von außen widerfährt, hindurchgehen können – genauso aufrecht wie Jesus der Friedenskönig. Ganz gleich, was uns in Zukunft an Leid erwartet, am Ende unseres Weges steht auch für uns die Auferstehung.