1. Meinung

Glaube im Alltag: Lassen Sie sich nicht begrenzen!

Glaube im Alltag : Lassen Sie sich nicht begrenzen!

An diesem Sonntag feiern wir Pfingsten. Wenn wir genauer hinschauen, ist es ein Pfingstfest, dessen Botschaft uns heute in unserer jetzigen Weltsituation in mancherlei Hinsicht viel zu sagen hat.

Als der Heilige Geist über die Jünger kam, konnten sie in vielen Sprachen reden und alle Anwesenden verstanden sie in ihrer Muttersprache. Es war das äußere Zeichen einer inneren Botschaft:

Alle Menschen, egal welcher Nationalität und sozialen Herkunft, sollen sich verstehen, sollen geschwisterlich miteinander umgehen und alle vorhandenen Grenzen, seien es die geographischen oder die in den Köpfen, überwinden.

Ist das keine tröstliche Botschaft in einer Zeit, wo Mauern durch den Krieg wiedererrichtet werden und altes Blockdenken wieder Hochkonjunktur feiert? Wo Menschen wieder aufeinandergehetzt werden und Konflikte angeheizt oder gar neu ersonnen werden?

Nein, dieser Geist  Gottes ist uns gegeben, dass wir einander verstehen, friedlich miteinander umgehen und jedem das Lebensrecht in Freiheit und Sicherheit zugestehen, das ihm als Mensch zusteht.

Jetzt sieht die Realität offensichtlich anders aus, ganz anders. Hat eine solche Botschaft überhaupt eine Chance, gehört zu werden? Nun, in der Tat ist sie kein Selbstläufer, wir müssen schon für sie eintreten und für sie streiten. Auch, und gerade, wenn die Dinge so quer liegen wie im Moment.

Der Krieg ist von Menschen gemacht, aber auch der Frieden! Wir können unsere eigene Verantwortung für das, was auf der Welt geschieht, nicht einfach bei Gott abladen.

Wir sind vernunftbegabte und freie Wesen, das Gute in der Welt zu verwirklichen, auch wenn wir allzu oft das Schlechte tun. Aber es ist unser Tun und Lassen!

Der Heilige Geist wird immer wieder als sanftmütig beschrieben. Er zwingt also niemanden, sich seinem Wirken zu öffnen, sondern er kommt leise und friedliebend, immer den freien Willen achtend und liebend in der Absicht.

Wer sich ihm öffnet, der wird sich verändern. Der wird die Welt mit anderen Augen sehen und anders in ihr unterwegs sein als zuvor. Der wird sehen, dass die Welt nur dann Bestand haben kann, wenn wir einander als Brüder und Schwestern anerkennen und begegnen.