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Glaube im Alltag
Lebt nicht mit Worten, lebt mit Taten

FOTO: (e_eifel )
So ist eindringlich und auffordernd die Botschaft überschrieben, die anlässlich des ersten Gedenktages für die Armen durch Papst Franziskus verkündet wurde. Der Welttag der Armen wurde am vergangenen Sonntag zum ersten Mal begangen.

"Uns ist die große Schwierigkeit bekannt, in der heutigen Welt die Armut auf klare Weise zu identifizieren. Und doch fordert sie uns täglich heraus, indem sie uns mit tausenden Gesichtern anschaut, die gezeichnet sind von Schmerz, Ausgrenzung, Missbrauch, Gewalt, Folter, Gefängnis, von Krieg, vom Entzug von Freiheit und Würde, fehlenden Bildungschancen und Analphabetismus, Gesundheitsnotlagen und Arbeitslosigkeit ..." (Papst Franziskus).Der besondere Einsatz für die Armen steht in unserem Glauben außer Frage. Aber Warnsignale sind angebracht: Auch in Deutschland gibt es Armut. Arme werden oft übersehen und nicht wahrgenommen. Oder werden für ihre Armut selbst verantwortlich gemacht, werden gedemütigt und erhalten wenig Respekt und Achtung. Mit der Armut sind nicht nur finanzielle Nöte verbunden. Betroffene in Deutschland verhungern nicht, aber sie verlieren häufig den Kontakt zu Freunden und Nachbarn, am gesellschaftlichen Leben wird nicht mehr teilgenommen, der gesundheitliche Status verschlechtert sich. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts ist beispielsweise die Sterbezeit bei armen Menschen deutlich früher. Arme Männer sterben im Durchschnitt elf Jahre, Frauen acht Jahre früher als besser situierte Menschen.Je stärker Menschen von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen sind, umso deutlicher muss unser Einsatz für den Einschluss sein. Wenn wir uns dann noch verdeutlichen, dass der Vorrang für Arme und Schwächere nichts ist, was Bekenntnisformeln erfordert, sondern etwas, dessen respektvolle Taten die Grundlage eines gelingenden Gemeinwesens sind, dann wird deutlich, wie lebensfreundlich und wichtig die christlichen Botschaften sind.Monika Dondelinger (Dipl.-Sozialarbeiterin beim Caritasverband Westeifel in Bitburg)