1. Meinung

Glaube im Alltag : Perspektivwechsel ist das Geheimnis

Glaube im Alltag : Perspektivwechsel ist das Geheimnis

Als wir in den Herbstferien mit unseren Kindern aus dem Urlaub zurückkamen, hatten wir das Glück bei wolkenlosem Himmel und guter Sicht das nächtliche Paris zu überfliegen. Natürlich waren wir alle bemüht den Eiffelturm zu sehen, was uns die Tragfläche des Flugzeugs aber zunächst zu verwehren schien.

Doch ein Blick zurück über die Schulter machte es schließlich möglich, und es bot sich uns ein Bild, das wir in unseren Erinnerungen unter dem Stichwort „einmalig“ oder „wunderbar“ abgespeichert haben.

Neben diesem Bild finden sich unter diesen Stichworten bei mir noch viele andere Erinnerungen und Bilder. Erinnerungen an Menschen sowie Bilder von Situationen, die in dem Moment, in dem sie Gegenwart waren, vielleicht nicht so offensichtlich bedeutungsvoll waren, weil der Blickwinkel ein anderer war, oder etwas die Sicht auf ihr wertvolles Ganzes (noch) nicht freigegeben hat. Beim Zurückschauen erkennen wir häufig erst wie wunderbar diese Augenblicke waren. Der Perspektivwechsel ist das Geheimnis: Entweder wir vollziehen ihn selbst ganz bewusst, jemand hilft uns dabei oder zwingt uns dazu oder das Leben bzw. der Tod vollziehen ihn – ohne dass wir gefragt werden, ob es uns gerade passt oder nicht!

„Nicht immer wenn, wenn großer Moment vorbei ist, weiß ich auch gleich: Mann, es kommt nie mehr so!  Doch was ich weiß, ich trag‘ ihn für immer bei mir, und nur in mir drin kann ich ihn wiederhol‘n.“ Mark Forster beschreibt in seinem neuen Song „Einmal“ diese Momente, die Aufmerksamkeit, mit der man sie erlebt, und den Perspektivwechsel, wie ich finde, sehr treffend. „Einmal, einmal, das kommt nie zurück, es bleibt bei einmal, doch ich war da zum Glück. Nicht alles kann ich wieder haben: Freude, Trauer, Liebe, Wahnsinn. Einmal, und ich war da zum Glück! Manches kommt und geht und kommt nie mehr, nie mehr … Und dadurch ist es noch mehr wert …“