1. Meinung

Glaube im Alltag: Störenfriede willkommen

Glaube im Alltag : Störenfriede willkommen

Im aktuellen Evangelium geht es um den blinden Bartimäus, der als Bettler nutzlos am Straßenrand sitzt und auf Hilfe angewiesen ist. Kaum jemand beachtet den Störenfried. Er hört, dass Jesus in die Stadt kommt.

Das ist die Gelegenheit! Er will SEHEN, dann könnte er arbeiten gehen und dazugehören.

Als Jesus an ihm vorbeigeht, ergreift er die Chance seines Lebens. Er ruft nach ihm. Die Menschen um ihn herum regen sich über Bartimäus auf. Wie kann er meinen, Jesus wolle etwas mit IHM zu tun haben? Sie befehlen ihm zu schweigen. Doch er ruft umso lauter. Jesus bleibt stehen und sagt zu denen, die den Blinden verurteilten: „Ruft ihn her!“ Und die Menschen helfen ihm, sie machen den Weg frei.

Jesus hat bereits jetzt ein Wunder vollbracht: Er hat die Menschen verändert. Sie wenden sich Bartimäus zu und weisen ihn nicht mehr ab. Bartimäus springt auf und läuft zu Jesus, der ihn fragt: „Was soll ich dir tun?“ Es ist wichtig, dass Bartimäus selbst sagt, was er möchte und man ihm zuhört. Und natürlich hilft Jesus ihm, und er kann wieder sehen und folgt Jesus nach.

Ist die Geschichte heute noch aktuell? Auch heute gibt es viele Menschen wie Bartimäus, die nicht beachtet und am Rand sitzen gelassen werden. Immer noch betrachten wir sie als Störenfriede, sogar im kirchlichen Umfeld: Kinder, die im Gottesdienst zu laut sind, stören uns, seinen Platz für Gehbehinderte frei machen hält man nicht für nötig sich über „falsche Kleidung“ im Gotteshaus aufregen, können wir gut.

 Konstanze Petry
Konstanze Petry Foto: TV/privat

Ganz im Ernst, wer sind wir eigentlich, dass wir darüber urteilen können, wen Jesus gern in seiner Nähe hat? Die einzigen Störenfriede sind wir selbst, wenn wir so denken und handeln. Jesus macht es uns vor. Wir sollen die Störenfriede wahrnehmen, uns nicht aufregen, ihnen nicht den Mund verbieten, sondern gerade SIE zu uns holen und willkommen heißen. Wenn wir Menschen zu uns holen, die niemand haben will oder diejenigen respektieren, die nicht ins Bild passen, genau dann treten wir in die Nachfolge Jesu.