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Kolumne „Glaube im Alltag“: Suchen wir Zuflucht bei Gott

Kolumne „Glaube im Alltag“ : Suchen wir Zuflucht bei Gott

Zehn Tage nach Pfingsten feiert die Kirche das Fronleichnamsfest. Dieses Fest ist um die Mitte des 13. Jahrhunderts im Trierer Nachbarbistum Lüttich entstanden. Die Prozession, die wir diesmal anders gestalten müssen, ist für viele ungewohnt und mit schmerzlichen Gefühlen verbunden.

Trotzdem dürfen wir die Gewissheit haben, und der Segen Gottes soll uns daran erinnern, dass Gott eine heile und menschenwürdige Schöpfung will.

Das Fronleichnamsfest ermutigt mich persönlich, Kraft, Zuversicht und Halt zu schöpfen in dieser Zeit der Einschränkung. „Schütten wir unser Herz aus vor Gott, denn er ist unsere Zuflucht“, so betet der Psalmist im Psalm 62. Das kann auch für jeden von uns in dieser Situation eine Hilfe sein. Nehmen wir mit allem, was wir in uns tragen, Zuflucht bei Gott. Schütten wir ihm unser Herz aus und vertrauen wir ihm an, was uns umtreibt. Ich wünsche uns, dass unsere Hoffnung, die wir auf Gott setzen, unsere Immunkräfte stärkt und uns widerstandsfähig macht gegen alles, was uns schaden möchte. Vielleicht kann folgendes Gebet von J. Hartl uns an Fronleichnam und den folgenden Tagen begleiten:

„Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung. Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden. Tröste jene, die jetzt trauern. Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie. Gib allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung. Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter schenke Besonnenheit. Wir beten für alle, die von Angst überwältigt sind, um Frieden mitten im Sturm.

Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten. Guter Gott, wir bringen dir alle, die in Quarantäne sein müssen, die sich einsam fühlen, niemanden umarmen können. Mache uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit. Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist. Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können. Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daher kommt. Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen. Du allein bist ewig. Wir vertrauen dir. Amen.“