1. Meinung

Glaube im Alltag: Überraschende Glücksmomente

Glaube im Alltag : Überraschende Glücksmomente

Glücksmomente in schwierigen Zeiten entdecken und daraus Kraft und Zuversicht entnehmen, das fällt vielen Menschen im Moment eher schwer.

Zu Recht werden die einen denken, denn das Negative überwiegt in meinem Leben. Ich kann mich nicht frei bewegen und mein bisheriger Lebensrhythmus ist durcheinander, Treffen mit Freunden und Verwandten sind eingeschränkt, mein Arbeitsplatz ist nicht sicher, und ich sehe für die nähere Zukunft kein Ende für die Rückkehr zu meinem gewohnten Leben. Darüber bin ich mehr als verzweifelt und es macht mich unglücklich.

Zu Recht werden auch die anderen denken, denn sie befinden sich in einer ähnlichen Situation. Aber es gibt einen wesentlichen Unterschied in der persönlichen Einstellung und zum Umgang mit den derzeitigen Veränderungen im Leben. Ich kann in meinem Unglücklichsein verharren, aber ich kann auch versuchen es umzuwandeln.

Jeden Morgen lege ich in meine rechte Hosen- oder Jackentasche, zu Hause vielleicht in eine kleine Schale, eine Vielzahl von zählbaren kleinen Gegenständen; es können Perlen sein, kleine Steine, Münzen, was so vorhanden ist. Und im Laufe des Tages wechselt bei jedem glücklichen Moment, den ich erlebe, ein Gegenstand von der rechten in die linke Hosen- oder Jackentasche, vom gefüllten Schälchen in das daneben stehende ungefüllte. Am Ende des Tages schaue ich mir dann noch einmal meine glücklichen Momente an: den farbigen Sonnenaufgang, die tanzenden Schneeflocken, das freundliche Lächeln der Nachbarin, den Anruf der Tochter, das mich im Herzen berührende Lied im Radio. Und ich stelle fest, wie viel Schönes ich doch habe erleben dürfen. Momentaufnahmen, die oft nur Sekunden andauerten, aber in mir ein Gefühl der Geborgenheit und Zufriedenheit auslösten. Dafür bin ich dankbar und freue mich auf jeden kommenden Tag mit seinen überraschenden Glücksmomenten. Sie tragen mich durch diese besonderen Zeiten. So auch das dritte Licht, das wir am Sonntag entzünden und das unseren adventlichen Weg hin zum Fest der Menschwerdung Gottes wieder etwas heller erleuchtet und uns Trost und Hoffnung spenden möchte.