1. Meinung

Uschi Fusenig: Grenzen überwinden

Glaube im Alltag : Grenzen überwinden

Da machen sich in fernen Ländern einige hochgestellte Herren, wahrscheinlich Sterndeuter, auf einen anstrengenden Weg, sind monatelang unter schwierigen Bedingungen unterwegs, um schließlich an ihrem Ziel anzukommen.

Dann haben sie nichts Geringeres zu tun, als in einer armseligen Unterkunft vor einem kleinen Kind niederzuknien, um ihm ihre Ehre zu erweisen. Sie nehmen dabei keine Rücksicht auf ihre unterschiedliche Herkunft, kulturellen Hintergründe und ihre Religion. All das spielt keine Rolle. Die Männer sind gekommen, um das neugeborene Jesuskind zu begrüßen, ohne Vorbehalte – allein zu seiner Ehre! Sie haben alle Mühen auf sich genommen, für diesen kurzen Moment, der sie ihr Leben lang begleiten wird.

Welch ein Engagement würden wir heute sagen, verbunden mit so vielen Ungewissheiten auf der Reise, dass es nur mit sehr viel Mut, Vertrauen und Hoffnung erklärt werden kann. Aber sie setzen damit auch ein Zeichen über die Jahrtausende hinweg. Im Blick auf ihr Handeln wird deutlich, dass Jesus für alle Menschen in der Welt geboren wurde, soziale und kulturelle Grenzen spielen keine Rolle mehr. Daran sollten wir uns erinnern, wenn wir von der Nachfolge in Jesu Namen sprechen und in seinem Namen handeln. Und, weil die weisen Männer schließlich wieder in ihre Heimatländer zurückkehrten, gilt das Fest Epiphanias, das wir am 6.Januar feiern, auch als Tag der Offenbarung Christi an die Heidenwelt und somit als Tag der Mission. Der Glaube an Jesus Christus als den Messias wird in die Welt getragen. Der christliche Glaube verbreitet sich über den Erdkreis und prägt das Leben von Millionen Menschen, beeinflusst ihr Leben, das ihrer Familien, ihrer Länder, ihrer Regierungen und deren Rechtsprechung. Das Christentum ist eine Weltreligion, die ihre Quelle in einem armseligen Stall in Bethlehem hatte, einem Ort, der richtungsweisend für das zukünftige Verständnis des Geschehens sein sollte. Wir können uns nur immer wieder beugen, wie die Männer damals, hin­ab zu dem kleinen, unscheinbaren Wesen, das in sich so viel Wunderbares verbarg, denn: „Es ist in ihm erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen, damit wir gerecht und fromm in dieser Welt leben und warten auf die Herrlichkeit unseres Heilands Jesus Christus (nach Titus 2.11-13).“