Kolumne Glaube im Alltag: Vertrauen oder sich sorgen

Kolumne Glaube im Alltag : Vertrauen oder sich sorgen

Wie lässt sich Glauben im Alltag leben? Eigentlich braucht man doch nur das, was uns verkündet wird, umzusetzen. Aber alles ist leichter gesagt als getan.

Mir fällt ein, dass ich als Kind fasziniert war, wenn ich hörte: „Seht die Vögel unterm Himmel an. Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in Scheunen und der himmliche Vater ernährt sie doch. Wie viel mehr seid ihr wert.“ Diese Sorglosigkeit stand für mich im Widerspruch zum Alltag.

Ich wuchs auf einem Bauernhof auf und lernte, dass man im Frühjahr säen und im Sommer und Herbst ernten musste, um die Existenz zu sichern. Auch um Vorsorge für Zeiten mit Natur- und Schicksalsschlägen zu treffen und um sich Unabhängigkeit zu erhalten.

Dieses Handeln stellt auch Werte dar, ohne die eine Gesellschaft auf Dauer vermutlich nicht funktionieren kann.

Was soll man also mit dem schönen, aber luftigen Motto des oben erwähnten Matthäus Evangeliums anfangen, wenn man gleichzeitig mit beiden Beinen auf dem Boden stehen bleiben will?

Inzwischen habe ich eine Antwort gefunden: Unsere Gedanken sollten nicht so viel um das kreisen, was wir haben müssen, sondern sie sollten Platz lassen  für das, was wir wirklich sind oder was wir wirklich brauchen – oder auch nicht brauchen. Angesichts dessen, wie sehr wir uns um die Zukunft sorgen, fehlt uns häufig die Zeit, uns an Menschen und Dingen zu erfreuen (oder uns um sie zu kümmern), die uns jetzt und hier am Herzen liegen.

Wir vergessen leicht, dass wir nicht alles planen können und Vertrauen brauchen. Erst unser Vertrauen schafft Freiheit, Unabhängigkeit und Lebensfreude.

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