Hummeln und Bienen im Anflug

Gartenkolumne : Hummeln und Bienen fliegen auch auf sterile Blüten

Das ist ein Summen, wenn auf der Landesgartenschau in Heilbronn die noch wenig bekannten Prärielilien in Blüte stehen. 45 000 Zwiebeln hat man für das gärtnerische Großereignis letzten Herbst in die Erde gebracht.

Im Garten reichen schon drei bis fünf Zwiebeln in Tuffs gesetzt, um Eindruck zu machen. Die meisten Arten blühen blau, einige weiß. An ihren Blütenkerzen lässt sich sehr gut erklären, was regelmäßig für Verwirrung sorgt: Die meisten der Prärielilien-Gartenformen sind steril. Häufig wird die Unfruchtbarkeit mit „fehlender Nahrung für Insekten“ gleichgesetzt. Sterilität hat jedoch nichts mit der Pollenqualität oder der Nektarmenge auf den Blüten zu tun. Sie bezieht sich nur auf die Vermehrung und bedeutet, dass sterile Blüten keine Samen bilden können.

Für Biene & Co. können unfruchtbare Blüten ebenso interessant sein wie fruchtbare Blüten. Und genau das ist bei der als ausgezeichneter Pollenspender entdeckten Leichtlins Prärielilie (Camassia leichtlinii) und ihren Auslesen der Fall. Im Garten sind sterile Blüten oft besonders gefragt, weil sie länger blühen als fertile Formen.

Sobald beispielsweise eine Frühlingsplatterbse befruchtet ist, schließt sie die Blüten, färbt um und verwelkt. Fertile Wildblumen haben einfache Blüten. Hochgezüchtete Blumen sind dagegen bisweilen gefüllt sind und auch dadurch steril. Fälschlicherweise wird dann angenommen, steril bedeute, dass es kein Nahrungsangebot gebe. In gefüllten Blüten finden Insekten ja tatsächlich kein Futter. Das liegt aber daran, dass in den Blüten Staubgefäße und Nektarien fehlen. Bei gefüllten Rosenblüten zum Beispiel haben sich alle Staub- und Fruchtblätter vollständig zu blütenblattähnlichen Petalen entwickelt. Welche Blütenpflanzen besonders bienenfreundlich sind und Informationen zur Förderung der Artenvielfalt, findet man beispielsweise über das Netzwerk Blühende Landschaft auf www.bluehende-landschaft.de

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