Identitäten

Wer bin ich und wenn ja, wie viele? Diese Frage stellte vor ein paar Jahren schon ein trendiger Philosoph und Buchautor namens Richard David Precht. Ich erinnere mich, dass Precht auch in Luxemburg gut ankam.

Wohl nicht nur, weil er mit einer bekannten Luxemburger RTL-Fernsehmoderatorin zusammen war. Sogar bestimmt nicht. Denn die Frage nach der Identität beschäftigt jeden Menschen. Luxemburger aber besonders.

Was für ein Volk ist das? Französische Küche, deutsche Autobahnen, belgische Schokolade - und all das gepaart mit moselländischer Gemütlichkeit? Welches Land ist das, das weniger als eine Handvoll Banken tatsächlich sein Eigen nennt? Aber ein Land, in dem die halbe Finanzwelt zu Hause ist? In dem es eine Deutsche Bank gibt, eine State Street Bank aus den USA ebenso wie eine französische BNP Paribas?

Was für Häuser sind das, die mehr Briefkästen als Bewohner haben?
Und warum gibt es in Luxemburg so viele registrierte Frachter, Tanker und Yachten, obwohl kein Zugang zum Meer vorhanden ist?

Warum fahren Luxemburger gern nach München und fühlen sich dort wie Bayern? Nach Zürich und sind ganz schweizerisch? Warum in die USA, nach Südfrankreich usw. ... Selbst die Universität ist jung, keine ganze Generation alt.
Die Antwort lautet: Luxemburg passt sich an. Das war schon immer so. Ob sie mussten, konnten, durften oder wollten … - sie haben sich ihren eigenen Mix gemacht. Mit ihren eigenen Stärken und Schwächen.

Haben Luxemburger eine Identität? Mindestens eine. Kommt drauf an, wen man fragt. Und was. Aber eins ist klar: Weihnachten feiern sie auch. Frohes Fest.