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Impfung: Kommentar zu Strafen für Impfschwänzer

Kommentar zu Strafen für Impfschwänzer : Strafen müssen im dreistelligen Bereich liegen

Wer seinen Impftermin schwänzt ohne abzusagen, der gefährdet im schlimmsten Fall Menschenleben. Solch eigensinniges Verhalten muss hart bestraft werden.

Die Diskussion um Strafen für Impfschwänzer läuft. Unions-Fraktionsvize Thorsten Frei (CDU) sagt, Impftermine verfallen zu lassen, sei rücksichtslos. Das ist deutlich untertrieben, denn dieses Verhalten ist mit das charakterloseste, das wir in dieser Pandemie erleben – denn es gefährdet Menschenleben.

Ein Fall aus dem Bekanntenkreis: Der Termin im Impfzentrum steht seit Wochen fest. Biontech. Falls das in der Diskussion eine Rolle spielt. Es ist Montag, am Freitag soll es den Piks geben. Dann der Anruf der Hausärztin: „Wir haben für Mittwoch noch Johnson&Johnson übrig, wollen Sie vorbeikommen?“ – Klares Ja. So weit auch nicht schlimm. Als der Bekannte auf die Nachfrage in der Folgewoche, ob er den Termin im Impfzentrum abgesagt habe, antwortet: „Wieso denn? Viel zu viel Arbeit“, entsteht ein Streit.

Arbeit? Es kostet einen Anruf. Vielleicht sogar nur einige Klicks im Online-Kontaktformular. Die Folgen für die Impfkampagne sind jedoch größer: Der Termin kann nicht so einfach nachbesetzt werden, im schlimmsten Fall muss der Impfstoff vernichtet werden. Ein anderer Mensch wartet also weiter auf die Impfung. Nicht gänzlich auszuschließen, dass er in dieser Zwischenzeit erkrankt. Und das, weil ein Anruf zu viel Arbeit ist. Ein menschlich extrem schwaches Verhalten.

Strafen für Impfschwänzer sind dringend notwendig. Im Straßenverkehr werde ich (auch) bestraft, weil ich Menschen gefährde. So auch beim Nichtbefolgen von Corona-Regeln. Wieso dann nicht, wenn jemand zu bequem ist, seinen Termin abzusagen? Die vorgeschlagenen 25 bis 30 Euro sind da noch sehr günstig. Ein dreistelliger Betrag würde wehtun – und wäre absolut gerechtfertigt.