Jetzt ist Tomatenpflanz­zeit. Und jede Sorte benötigt ihre Wuchsstelle

Garten : Freiluftsaison für empfindliche Gewächse

Jetzt ist Tomatenpflanz­zeit. Und jede Sorte benötigt ihre spezielle Wuchsstelle. Auch im Pflanztopf lässt sich mit ein paar Tricks eine gute Ernte erzielen.

Die Eisheiligen sind vorbei. Endlich dürfen Sommerflor und wärmebedürftige Nutzpflanzen ins Freiland. Bei den Tomaten beherzige ich den Rat einer erfahrenen Tomatengärtnerin und gebe klein geschnittenes Beinwell und Brennnesselkraut mit ins Pflanzloch. Die Heilkräuter für Pflanzenjauchen sind eine gute Startration an organischem Material. Gerade bei Tomaten ist es sinnvoll, anstelle von plötzlicher Düngung auf eine langsam fließende Ernährung zu achten. Weniger stark gepuschte Tomaten erweisen sich oft als weniger anfällig gegenüber Krankheiten wie Grünkragen.

Im Topf, wo ich meine Tomaten anbaue, ist die konstante Versorgung durch organische Dünger oft schwieriger als im Beet. Das liegt daran, dass die Vorräte in einem Gefäß schneller erschöpft sind als im Boden. Das Wurzelsystem einer einzigen Tomatenpflanze kann bis zu einen Meter siebzig vordringen. Im Topf ist oft schon bei 30 Zentimeter Ende Gelände. Überraschenderweise kann man in 50- bis 60-Liter-Gefäßen trotzdem tolle Tomatenerfolge erzielen. Pro Topf pflanze ich nur eine Pflanze. Anhand der Beschreibung weiß ich, wieviel Platz die Art brauchen wird und kann ihr eine Stelle zuweisen: Die Wildtomate etwa ist ein wüstes Rankgewächs, das eine ganze Sichtschutzwand zwischen zwei Reihenhausterrassen begrünen könnte. Die Cocktailtomaten dürfen sich am Balkongeländer anlehnen, wo sie kontinuierlich fächerförmig nach den Seiten festgebunden werden. Die Salattomaten bekommen ihren gedrehten Tomatenstab in der Mitte und reihen sich eine neben die andere. Um gleich die richtige Stablänge auszuwählen, ist es gut zu wissen, wie hoch die Tomatensorten werden. Ein Umstecken im Nachhinein ist schwierig.

Und noch ein Tipp zum Einpflanzen: Setzt man Jungpflanzen tiefer – etwa fünf bis zehn Zentimeter tiefer als das Erdniveau im Anzuchttopf war – bilden sie zusätzliche Feinwurzeln und können mehr Wasser und Nährstoffe aufnehmen. Veredelte Sorten setzt man dagegen ein bis zwei Zentimeter höher.

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