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Klartext
Glühwein, Kerzen und Etats

FOTO: Schramm, Johannes / TV
Region. Glühwein, Kerzen, Tannenbäume, Geschenke, Christkind oder Weihnachtsmann: Das sind die Begriffe, die die meisten Menschen in der Region mit dem Dezember verbinden. Tausende pilgern zu den bekannten Weihnachtsmärkten vor allem in Bernkastel-Kues, in Traben-Trarbach oder in Trier.
Lars Oliver Ross

Für nicht ganz so viele, aber doch für hunderte engagierter Menschen in Region bringt der Dezember zusätzlich eine - nicht immer nur spannende - Lektüre von schweren Konvoluten. Die Rede ist von Kommunalpolitikern, die sich in vielen Kreisen, Städten und Gemeinden vor dem Ende des Jahres mit den Haushaltsplan für das folgende Jahr befassen müssen - oder dürfen, denn sie tun es ja freiwillig. Nun gibt es immer wieder böse Menschen, die behaupten, dass ein großer Teil der Mitglieder von Stadt- oder Gemeinderäten sich die großen Zahlenmengen gar nicht zu Gemüte führen würde und selbst wenn sie es versuchen, kaum verstünden, was die Zahlen tatsächlich zu bedeuten haben. Es mag solche Fälle geben. In den aller meisten Fällen jedoch solche Behauptungen falsch, gemein und ungerecht. Noch dazu kommen solche Schmähungen oft von jenen, die maulen, ohne sich je selbst politisch engagiert zu haben.

Um es deutlich zu sagen: Es mag sein, dass die Mitglieder von Stadt-, Gemeinderäten oder Kreistagen die kommunalen Haushalte nicht in jeder Verästelung so verstehen, wie dies der Kämmerer tut. Dennoch gebührt den Menschen, die sich die Arbeit in den Gremien antun, grundsätzlich Anerkennung. Wie überall, so gibt es natürlich auch unter Kommunalpolitkern besonders faule Exemplare. Von ihnen sollte allerdings niemand auf die Mehrheit schließen.

In diesem Jahr waren die Zahlen in den meisten Kommunen so gut wie selten und damit auch die Haushaltsberatungen weniger vom Jammern über den Mangel geprägt als vom Nachdenken darüber, was und wie man mit dem üppig in die meisten Gemeindekassen strömenden Geld gestalten kann. Vor ein paar Jahren war das noch ganz anders: Die meisten Kommunen schrieben tiefrote Zahlen und kommunale Politik war Mängelverwaltung. Dass das heute anders ist, ist zwar nicht die Leistung der Politiker vor Ort. Gleichwohl darf man sich zu Weihnachten darüber freuen, dass die Wirtschaft brummt und bei den Kommunen etwas davon ankommt.