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Klartext
Alles kommt immer so überraschend

FOTO: Schramm, Johannes / TV
Bitburg/Daun/Wittlich. Es war am Mittwoch, ich war zufällig in Daun und machte mich auf den Weg nach Bitburg - vermutlich hätte mir aber zwischen Thalfang und Morbach ähnliches passieren können. Denn es begann zu schneien und das tatsächlich in relevantem Umfang - nicht nur ein bisschen Gefissel, das in Trier manchmal für helle Aufregung sorgt. Von Lars Oliver Ross
Lars Oliver Ross

Die Schneedecke auf der Bundesstraße wurde immer dichter, aber ich war weitgehend allein auf der Straße unterwegs und kam mit Winterreifen recht gut voran.

Dann tauchte vor mir ein Auto auf, ein so genannter SUV, also eine Art Geländewagen für normale Straßen, groß, schwer, mit Allradantrieb, also für Winterwetter durchaus geeignet - sollte man meinen. Mich wunderte schon, wie rasch ich aufholte, obwohl mein Wagen mit Heckantrieb ganz und gar kein gutes Winterfahrzeug ist. Wenig später bin ich dem hohen, schweren,an allen Rädern angetriebenen Auto schon ziemlich nah.

Denn es kriecht dahin und droht an jeder Steigung ganz zum Stehen zu kommen. Spätestens hier wird der Sinn und die Notwendigkeit von sogenannten Geländewagen ad absurdum geführt. Denn der Fall zeigt entweder, dass sie unsicheren Fahrern auch nur sehr wenig weiterhelfen oder dass auch noch so schwere und viel-achsig angetriebene Wagen, denen man keine Winterreifen gönnt, nichts für Straßen im Gebirge sind.

Letzteres führt zu einem Phänomen, das ich spätestens mit Einführung der Winterreifenpflicht überwunden glaubte: Die an vielen Stellen aufkommende Überraschung beim ersten richtigen Schneefall. „Hoppla, das hätte ich jetzt nicht gedacht, dass es Ende November schon schneien kann,“ sagt der Autofahrer erstaunt und wundert sich dann, dass er beim Reifenhändler stundenlang warten muss, weil noch mehrere hundert anderer davon „überrascht“ wurden, dass es im Winter auch mal schneien kann.

All jenen möchte ich heute einen wertvollen Tipp geben: Am 24. Dezember ist Heiligabend. Nur damit sie nicht noch eine „böse“ Überraschung erleben.