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Klartext
Ein nasser Scheinriese

FOTO: Schramm, Johannes / TV
Das Wasser ist noch braun und auch etwas höher als üblich. Inzwischen haben sich die Gemüter wieder beruhigt - vor allem bei jenen, die nicht direkt an der Mosel wohnen. Die Flussanwohner nämlich waren auch unaufgeregt, als das Hochwasser seinen höchsten Stand erreichte. Denn die Hochwasserschutzanlagen waren aufgebaut, die Prognosen der Experten wie immer zuverlässig und vor allem gab es keinen wirklich hohen Wasserstand. Selbst in Orten, wo, weil es noch keinen Hochwasserschutz gibt, das Wasser in ein paar Keller lief, war die Lage nicht dramatisch - für Betroffene, die das häufiger erleben, war es ärgerlich, aber keine Katastrophe. Von Lars Oliver Ross
Lars Oliver Ross

So schlief ich, der ich nur 20 Meter vom Ufer entfernt wohne, in den vergangenen Tagen ruhig. Sorgen bereitete das Hochwasser vor allem Freunden und meinen Eltern, die allerdings allesamt Kilometer weit von größeren Flüssen entfernt leben. Sie riefen mich - nachdem sie Berichte im Fernsehen gesehen hatten - besorgt an, ob auch alles in Ordnung sei. Denn Hochwasser ist - genau wie manches Schneechaos - ein Scheinriese: je näher man ihm kommt, desto kleiner wird es.