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Klartext
Jetzt reicht es sogar mir!

FOTO: Schramm, Johannes / TV
Gerade traue ich meinen Augen nicht mehr: Ich habe mich dazu durchgerungen, diesmal nicht den Vernünftigen zu geben und meinem Frust freien Lauf zu lassen. Denn, obwohl ich weiß, dass mein Einfluss gering ist, reicht es auch mir  wirklich. Ich sitze also hier und will gerade loslegen und davon erzählen, dass ich Anfang Dezember in Barcelona war und mir dort eine Sonnenbrille gekauft habe. Das war vor genau acht Wochen, und ich habe das gute Stück in der Zwischenzeit genau null Mal getragen. Ich wollte einräumen, dass ich weiß, dass Winter ist und ich auch nicht jede Sekunde der gefühlten zwei Sonnenstunden im Freien verbringen konnte, um fortzufahren mit: „Ich würde ja nix sagen, wenn es wenigstens nicht regnen würde.“

All das wollte ich rausrotzen, um dem Gefühl, dass ich inzwischen von innen regennass bin und Fische im Aquarium nach Schirmen fragen und so weiter, freien Lauf zu lassen. Da passiert es. Ich schaue aus dem Fenster meines Büros. Der Regen hat aufgehört und tatsächlich, wenn auch nur zaghaft, wirft eine Mauer einen ganz leichten Schatten auf den Boden hinterm Haus. Habe ich vielleicht doch mehr Einfluss, als ich glaube? Wohl eher nicht. Ich freue mich trotzdem, dass es an diesem Wochenende eher Sonne als Regen geben soll und meine Sonnenbrille vielleicht Deutschland-Premiere feiern darf.