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Meinung: Kommentar: Erschüttertes Vertrauen

Meinung : Kommentar: Erschüttertes Vertrauen

Die Diagnose Krebs ist immer eine niederschmetternde Nachricht. Für die Betroffenen genauso wie für die Angehörigen. Vor allem wenn Kinder erkranken. Für Eltern bricht eine Welt zusammen. Sie setzen dann ihr gesamtes Vertrauen, ihre Hoffnung in die behandelnden Ärzte und in die Klinik.

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Trierer Mutterhaus nimmt keine krebskranken Kinder mehr auf

Das Trierer Mutterhaus, das einzige Krankenhaus in der Region, das eine Kinderkrebsstation hat, hat dieses Vertrauen in den vergangenen Monaten enttäuscht. Weil es aufgrund offensichtlicher Organisationsprobleme nicht in der Lage ist, personelle Probleme aufgrund von Kündigungen aufzufangen und daher keine krebskranken Kinder und Jugendlichen mehr stationär behandeln kann. Sie werden ins über eine Stunde entfernte Homburg verwiesen.

Eine traurige Situation für die Betroffenen und ihre Eltern. Die Kinder und Jugendlichen werden aus ihrem sozialen Umfeld gerissen, Freunde und Verwandte können sie nicht mehr so einfach besuchen, Eltern haben einen erhöhten Aufwand für die Betreuung der schwer Erkrankten.
Damit macht sich mit voller Wucht der Fachkräftemangel in der Pflege bemerkbar. Leidtragende sind in diesem Fall die Kinder und ihre Eltern.

Allerdings scheinen, glaubt man dem Förderverein krebskranker Kinder, hinter den seit Monaten unter der Decke gehaltenen Problemen auch interne Schwierigkeiten in der Klinik zu stehen. Daher wäre das Mutterhaus nun gut beraten, mit offenen Karten zu spielen. Wie kam es zu den Problemen? Besteht eine realistische Chance, dass schon bald wieder Patienten auf der Kinderkrebsstation aufgenommen werden? Und warum wurden die Öffentlichkeit und auch der Förderverein nicht informiert?
Mit ihrem bisherigen Vorgehen hat die Klinik das Vertrauen der Eltern krebskranker Kinder unnötig erschüttert.

b.wientjes@volksfreund.de