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Kommentar zu Kandidatur Kohlmann für Freie Wähler bei Bundestagswahl

Kommentar : Gewollt oder nicht – das ist ein Schlag für die Ex-Partei

Das ging aber schnell - werden jetzt vermutlich einige denken. Gerade hat sich Sascha Kohlmann aus der CDU verabschiedet, schon nominieren ihn die Freien Wähler als Bundestagskandidaten. Betrachtet man die Sache genauer, ist der Wechsel zu den Freien Wählern natürlich nicht ganz so überraschend.

Schließlich gibt es zwischen ihnen und der CDU in der Tat die wohl größten inhaltlichen Schnittmengen. Und so plötzlich, wie der Wechsel auf Außenstehende wirkt, ging er sicher nicht vonstatten. Das wird vorab in Gesprächen gründlich vorbereitet worden sein.

Überraschend ist aber dann doch, dass Kohlmann wenige Monate nach dem verlorenen Kampf ums Landtagsmandat für die CDU nun sozusagen unter neuer Flagge in den Bundestagswahlkampf  einsteigt. Er und seine beiden Kollegen betonen, dass die Kreispolitik nicht der Grund für ihren Rückzug gewesen sei. Sie treffen ihre Ex-Partei damit aber doch. Insbesondere Kohlmann, der im Wahlkreis Trier als direkter Konkurrent gegen CDU-Mann Steier antritt, der sein Bundestagsmandat verteidigen will. Das kann man schon als Kampfansage verstehen. Dass der CDU-Kreischef dazu öffentlich nichts sagen möchte, spricht Bände. Und dass nach dem Wechsel der drei Ex-CDUler zu den Freien Wählern dort gerade die Vorbereitungen zur Gründung einer Kreisvereinigung Trier-Saarburg laufen, wird wohl auch kein Zufall sein. Zumal im selben Landkreis am 26. September auch eine Landratswahl ansteht.

c.weber@volksfreund.de