Kommentar zu Kirchenaustrittszahlen

Meinung : Schluss mit dem Vertrösten!

In einem Punkt sind sich der Trierer Generalvikar und die Kritiker einig: Die katholische Kirche hat ein Glaubwürdigkeitsproblem. Doch damit ist die Gemeinsamkeit auch schon fast erschöpft. Denn ob die Konsequenzen aus der Synode der Weisheit letzter Schluss sind, muss sich erst noch zeigen.

Es könnte auch ein Schuss in den Ofen werden. Und dann?

Es ist bei den nun im Bistum und darüber hinaus anstehenden Reformen aber auch nicht damit getan, dass an der ein oder anderen Schraube nur ein bisschen gedreht wird, wie dies die deutschen Bischöfe in der Vergangenheit gerne gemacht haben; im Vertrauen darauf, dass sich das Murren der Gläubigen schon wieder legen werde, wenn nur genug Zeit verstrichen ist. Um dann so weiterzumachen wie davor.

Diese Strategie wird dieses Mal nicht mehr fruchten. Die Gläubigen sind das ewige Vertrösten satt, ebenso wie die Ausflüchte und Ausreden. Symptomatisch für das katholische Beharrungsvermögen ist der Umgang der Männerkirche mit Frauen, die den Altar mit Blümchen schmücken dürfen und neuerdings auch mal einen schönen Posten in der Trierer Bistumsverwaltung bekommen. Mehr aber auch nicht.

Wenn es der Generalvikar wirklich ernst meint mit der von ihm angesprochenen Notwendigkeit, Strukturen und auch Haltungen zu verändern, könnte sich von Plettenberg ja mal für die Weihe von Priesterinnen oder Diakoninnen aussprechen. Das wäre wirklich mutig. Und die katholische Kirche würde ein Stück verlorengegangene Glaubwürdigkeit zurückgewinnen.

r.seydewitz@volksfreund.de

Mehr von Volksfreund