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Kommentar zu Teenagern und Corona: Was hätte Ihnen gefehlt?

Kommentar zu Teenagern und Corona : Was hätte Ihnen gefehlt?

Schulbildung ist extrem wichtig. Aber: Viele Dinge lernen wir im Alltag. In Situationen, die man später Jugendlichen gegenüber gerne als „nicht so wichtig“ darstellt. Wir müssen den Teenagern die Möglichkeit geben, diese Dinge zu erleben.

Es fällt als Erwachsener leicht, darüber zu urteilen, dass es „nur“ eine Abschlussfeier ist, die dem Schuljahrgang flöten geht. „Nur“ ein Jahr C-Jugend-Fußball, das die kleinen Kicker verpassen. Oder gar „nur“ das erste Mal, dass man sich auf einer Feier in jemanden verguckt und danach wochenlang in Gedanken an sie oder ihn schwelgt.

Für Jugendliche sind diese Dinge wichtig. Hier werden die Weichen für das Leben gestellt. Der erste Liebeskummer, der große Sieg im Fußball, an den man sich in 30 Jahren noch erinnert oder vollgekritzelte Shirts auf der Abschlussfeier: Für jeden ist etwas anderes richtungsweisend. Dazu gehören Menschen, die das ermöglichen. Jugendarbeit ist als Stimme und Helfer des Nachwuchses wichtiger denn je. Auch die Politik muss Konzepte entwickeln, die solche Dinge möglich machen. 

Aber auch wir „ganz normalen Erwachsenen“, also du und ich, müssen unterstützen. Sei es nur dadurch, den Problemen und Sorgen dieser Altersgruppe Gehör zu schenken, ohne sie als „banal“ abzustempeln.

Einfach immer mal wieder selbst fragen: Was hätte mir gefehlt?

c.thome@volksfreund.de