1. Meinung

Kommentar zur Geschichte von Noureddine Eddoumi

Meinung : Gaben und Geschenke

Die Welt ist voller Grausamkeit, wir erfahren jeden Tag davon, erst recht in diesen Wochen und Monaten. Man möchte verzweifeln, immer wieder. Das könnte man auch angesichts der Brutalität und Kälte, die Noureddine Eddoumi ertragen musste.

Und des jahrzehntelangen Martyriums seiner Eltern, denen man ihr kleines, damals einziges Kind entrissen hat.

Die Welt ist aber auch voller Gaben und menschlicher Güte, manchmal gerade dort, wo niemand damit rechnen würde. Auch davon zeugt Noureddine Eddoumis Geschichte.

Sein marokkanischer Anwalt spricht von einem Wunder. Hermann Mertens vom Verein „Eifel hilft“ von einem Gottesgeschenk.

Ohne da widersprechen zu wollen: Am Ende waren es Menschen, die sich, gegen jede Wahrscheinlichkeit, für einen Verlorenen eingesetzt haben. Die ihm geglaubt haben, obwohl er keinen Beleg, keinen Beweis für seine Geschichte liefern konnte. Die ihm eine Ausbildung ermöglichten. Die ihm ein Heim gaben. Und die mit ihm diesen langen Kampf durchstanden, auch wenn kaum Grund zur Hoffnung bestand.

Vielleicht war es ein Gottesgeschenk. Ganz bestimmt aber, behaupten wir, waren dabei ein paar Engel im Spiel.

f.linden@volksfreund.de