1. Meinung

Abstimmen mit den Füßen!

Abstimmen mit den Füßen!

Nun will die Telekom also auch im Festnetz-DSL endlich jene künstliche Bremse einbauen, die es im Mobilfunk schon seit jeher gibt. Der Bonner Konzern begründet den Schritt damit, dass es gerechter sei, wenn Vielnutzer zusätzlich zur Kasse gebeten und das Geld in den Netzausbau investiert würde.

Eine Argumentation, die nach Staatsbetrieb klingt - mit dem Unterschied, dass die Telekom keiner (mehr) ist und somit wohl kaum die Gerechtigkeit innerhalb ihrer Kundschaft als wichtigstes Ziel hat. Eher geht es nach jahrelangem Kampf mit der Konkurrenz um den niedrigsten Preis nun darum, endlich auch aus dem Festnetz wieder mehr Gewinn herauszuholen.

Kritiker der Datendrosselung bemängeln vor allem, dass die Netzneutralität (das bedeutet: alle Daten werden gleich behandelt, egal woher und von wem sie kommen) auf der Strecke bleibt. Mit den neuen Telekom-Tarifen würde der hauseigene Dienst Entertain aber bevorzugt, während die Konkurrenz in die Röhre schaut. Auch das würde die Neukunden der Telekom irgendwann betreffen, denn das genutzte Pro-Kopf-Datenvolumen wird weiter zunehmen.

Dem Kunden bleibt die Abstimmung mit den Füßen. Vorerst will die Konkurrenz nicht mitziehen bei der Drosselparade.

Je weniger Kunden sich also für die neuen Tarife der Telekom interessieren, umso wahrscheinlicher ist es, dass die Telekom ihre Tempobremse schon bald wieder zu den Akten legt. r.gruen@volksfreund.de