An jeder Ecke

Die K-Frage lauert für die SPD inzwischen an jeder Ecke. Kaum ein Tag vergeht noch, an dem nicht Gerüchte die Runde machen, wonach das Rennen um den Herausforderer von Angela Merkel gelaufen sei, oder Genossen auf ein rasches Ende des Spektakels drängen.

Und die Troikisten beteuern dann stets, nichts, aber auch gar nichts sei entschieden. So geschehen erst wieder am Wochenende aus dem Munde von Sigmar Gabriel und Peer Steinbrück.
Dass sich die Sozialdemokraten damit in die Herzen der Wähler debattieren, ist unwahrscheinlich. Die Umfragewerte der SPD fallen jedenfalls mäßig aus. Rund ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl bietet die Partei das fatale Bild einer Opposition in permanenter Selbstbeschäftigung.
Dabei hat die ungeklärte Kandidaten-Frage viel mit der programmatischen Unentschiedenheit der Partei zu tun. Man stelle sich nur vor, Steinbrück oder Steinmeier müssten ein Loblied auf die Rücknahme der Absenkung des Rentenniveaus singen, oder auf eine weitgehende Revision der Hartz-Gesetzgebung. Beide gehörten zu den geistigen Wegbereitern der ursprünglichen Beschlüsse.
So betrachtet wäre Sigmar Gabriel, weil unbelastet, der geeignete Mann, um Merkel Paroli zu bieten. Doch dummerweise können die allermeisten Bundesbürger mit dem Genossen aus Goslar wenig anfangen.
Vielleicht hilft am Ende ein Tipp des ehemaligen CSU-Finanzministers Theo Waigel: Der empfahl den Genossen, mit der gesamten Troika gegen Merkel ins Feld zu ziehen - und ihren Spitzenmann erst nach der Wahl zu küren. Natürlich ist das ein Scherz.
Aber wenn die SPD so weitermacht, hat sie ohnehin nur die Chance auf die Vizekanzlerschaft.

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