Angst vor der K-Frage

Angst vor der K-Frage

Gemessen an ihrem Debakel bei der Bundestagswahl vor zwei Jahren geht es der SPD mittlerweile deutlich besser. Dieser Befund hat sich natürlich auch in der Partei herumgesprochen, weshalb maßgebliche Kräfte dort offenbar wild entschlossen sind, wieder lustvoll den Streit zu pflegen.


Der linke SPD-Flügel lässt kein gutes Haar an Peer Steinbrück, um den eher rechten Parteipromi als Kanzlerkandidaten zu versenken.
Dagegen will der Vorsitzende Sigmar Gabriel das K-Rennen unter Einschluss Steinbrücks so lange wie möglich offenhalten. Sowohl das eine als auch das andere ist nach Lage der Dinge befremdlich.
Gerade weil sich die Genossen schon in der Vergangenheit gut darauf verstanden haben, ihre Kanzlerkandidaten selbst zu demontieren, sollten sie doch endlich eines Besseren belehrt sein.
Steinbrück genießt in der Bevölkerung große Sympathien. Vor dem Hintergrund der Euro-Krise traut man dem ehemaligen Kassenwart der Nation jene finanzpolitische Geradlinigkeit zu, die die amtierende Bundesregierung schmerzlich vermissen lässt.
Auch ist nicht zu erwarten, dass dieses Thema in nächster Zeit an Bedeutung verliert. Die Furcht vor möglichen Staatspleiten dürfte im Gegenteil weiter wachsen.
Hinzu kommt, dass diese Bundesregierung ihrem vorzeitigen Ende näher zu sein scheint als einem überzeugenden Neuanfang.
Vor diesem Hintergrund müsste die SPD ihre K-Frage schneller beantworten, als es Gabriel lieb ist. Sicher, wenn ein Kandidat frühzeitig ausgerufen wird, liegt auch immer die Gefahr seiner politischen Abnutzung nah. Überdies lauern noch andere in der Partei auf ihre Kandidaten-Chance.
Die besten Aussichten, bei Neuwahlen für die SPD zu punkten, hat jedoch Steinbrück. Das sollten alle Beteiligten wissen.

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