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Arroganz wird bestraft

Stefan Vetter
Stefan Vetter FOTO: Mathias Krohn
Eigentlich wollten die Grünen ihre Wahlpleite in Nordrhein-Westfalen "in Demut akzeptieren". So jedenfalls hatte es Cem Özdemir angekündigt. Nur scheinen die Worte des Parteichefs kaum zu fruchten. Stefan Vetter

Wenn die Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt am Tag danach zu Protokoll gibt, dass die Verbindung zwischen Ökologie und Ökonomie "nicht verstanden" worden sei, dann klingt das ähnlich arrogant wie bei der Grünen-NRW-Spitzenkandidatin Sylvia Löhrmann, die schon am Wahlabend davon gesprochen hatte, dass ihre Schulpolitik offenbar zu viele Menschen "überfordert" habe. Motto: Nicht wir liegen falsch, die anderen haben es nur nicht richtig kapiert.

Wenn die Grünen so weitermachen, werden sie im Herbst tatsächlich noch um den Wiedereinzug in den Bundestag bangen müssen.

Das Image der Bevormundungs- und Verbotspartei hängt der Partei an wie eine lästige Klette am Sommerkleid. Der "Veggieday" ist noch in unguter Erinnerung. Doch anstatt diesen Eindruck endlich abzuschütteln, verstärken grüne Promis ihn noch. Auch im aktuellen Wahlprogrammentwurf der Partei gibt es dafür einige Beispiele.

Wer etwa nur noch abgasfreie Autos ab dem Jahr 2030 will, der muss auch sagen können, was aus den vielen Tausenden Jobs in der deutschen Automobilindustrie werden soll, die dann verschwinden würden. Für Elektromotoren braucht es nämlich viel weniger Personal als zur Fertigung von Benzin- oder Dieselaggregaten.

So richtig viele grüne Anliegen im Interesse einer sauberen und nachhaltigen Umwelt auch sind, so wichtig ist es, die Bürger dabei mitzunehmen und ihren Bedenken Rechnung zu tragen. Durch Überzeugung statt Belehrung. Tun die Grünen das nicht, werden sie bestraft - wie am vergangenen Wahlsonntag in Nordrhein-Westfalen.
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