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Meinung
Aufgewärmter Kaffee

FOTO: k r o h n f o t o .de
Berlin. Die Debatte über das Kindergeld, das für Kinder im Ausland gezahlt wird, ist wie ein aufgewärmter Kaffee. Sie wird mindestens einmal im Jahr hervorgeholt, wenn wie jetzt die Daten der Bundesagentur für Arbeit vorliegen. Von Hagen Strauss

Die Zahlen beinhalten Empörungspotenzial, weil es für manchen schwer nachvollziehbar ist, dass Kinder Kindergeld erhalten, die nicht im Land leben. Das widerspricht sicherlich dem Gerechtigkeitsempfinden vieler Bürger. Nur muss man wissen: Die europäische Rechtslage ist nun mal so. Das Kindergeld ist keine rein soziale, sondern vor allem eine steuerliche Leistung. Wer als EU-Ausländer hier arbeitet, zahlt eben auch hier ans Finanzamt. Das ist der Hintergrund, warum man für Änderungen die EU-Kommission benötigt. Es gilt der Grundsatz der steuerlichen Gleichbehandlung in der Europäischen Union. Fehlanreize im Rahmen der europäischen Freizügigkeit zu beseitigen und Missbrauch möglichst einzudämmen, bleibt trotzdem nötig. Auch, um die Akzeptanz der EU zu fördern. Die Debatte über das Kindergeld für im Ausland lebende Kinder taugt dafür jedoch eher nicht. 

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