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Meinung
Aufklären bringt mehr als schärfere Gesetze

FOTO: klaus kimmling / TV
Trier. Wie der Missbrauch von Alkoholkonsum eingedämmt werden kann. Von Bernd Wientjes

Alkohol ist allgegenwärtig. In der Werbung. Auf dem Fußballplatz. Im Restaurant. Zu Hause auf dem Sofa. Man muss sich fast schon rechtfertigen, wenn man nichts trinken will. Alkohol gehört für viele dazu.

Und genau das macht es so schwierig, Jugendliche davon abzuhalten, zu viel zu trinken. Sie sehen vielleicht bei ihren Eltern das Glas Wein beim Essen, das Feierabendbier vorm Fernsehen. Oder sie sehen, wie die Erwachsenen mit zunehmenden Alkoholkonsum immer lustiger werden. Wie sollen Heranwachsende so also lernen, dass Bier, Wein und Schnaps nicht nur Genuss sind, sondern im Übermaß auch gesundheitsschädlich?

Natürlich sollten Eltern ihren Kindern ein Vorbild sein. Doch wäre es in den meisten Fällen lebensfremd, ihnen eine Welt ohne Alkohol vorzugaukeln. Vielmehr müssen die Eltern ihrem Nachwuchs einen verantwortungsvollen Umgang mit Wein und Bier lehren, ihnen klar machen, dass es sich dabei um eine legale Droge handelt, die wie alle Drogen, im Übermaß abhängig und krank machen kann.

Und genau das muss auch der Ansatz der Prävention sein. Die bestehenden Jugendschutzgesetze reichen aus, auch wenn man vielleicht darüber streiten kann, ob es 16-Jährigen erlaubt sein soll, Wein und Bier zu trinken. Wichtig ist eine umfassende und ständige Aufklärung ohne erhobenen Zeigefinger. Und die aktuellen Zahlen zeigen, dass das der richtige Weg ist: Insgesamt trinken die Jugendlichen weniger.

b.wientjes@volksfreund.de