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Meinung
Beim Hochwasserschutz müssen alle ran!

FOTO: TV / klaus kimmling
Hitze, Dürre und Starkregen, die zu katastrophalen Überflutungen führen. Das Jahr 2018 zeigt wie kaum ein anderes, dass der Klimawandel unser Leben verändert. Dass er auch hier dramatische Folgen hat, die unmittelbar zu spüren sind. Von Katharina De Mos

Wer glaubte, es gebe ihn nicht oder man müsse nichts unternehmen, wird nun vielleicht – hoffentlich – eines Besseren belehrt. Es gibt viel zu tun – und zwar auf allen Ebenen. Vom Privaten bis hin zur Weltpolitik.

Hauseigentümer und bei Bedarf auch Mieter sollten unbedingt Elementarschäden durch Starkregen versichern. Ereignisse, die Häuser, Möbel oder Elektrogeräte innerhalb weniger Minuten zerstören können. Denn das Risiko ist jetzt schon groß, und es steigt. Selbst Orte, die oben auf dem Berg liegen, wurden überflutet. Mancher hat dabei alles verloren. Solche zusätzlichen Versicherungen abzuschließen, ist weder so kompliziert noch so teuer, wie mancher fürchtet. Es nicht zu tun, ist Leichtsinn. Bisher sind nur 33 Prozent der Hausbesitzer versichert. Zu wenige. Denn der Staat weigert sich generell zu Recht, mit Steuergeld für jene aufzukommen, die es versäumt haben, sich zu schützen. Warum sollte ein Kleinverdiener für den Geiz oder die Gedankenlosigkeit eines Hausbesitzers zur Kasse gebeten werden? Oder diejenigen, die brav ihre Versicherung bezahlen?

Es reicht auch nicht, von der Kommune oder dem Land zu fordern, dass diese den Hochwasserschutz verbessern. Jeder sollte vor seiner eigenen Haustüre damit anfangen und sich fragen, ob Rückstauklappen vorhanden sind, ob die Türen, Fenster und Lichtschächte Wasser zurückhalten, oder ob es nicht besser wäre, Hofflächen so zu gestalten, dass Wasser versickern kann.

Auch die Kommunen haben reichlich zu tun. Die hohe Zahl der Orte, die nun neue Hochwasserschutzkonzepte erstellen, spricht dafür, dass das Thema ernst genommen wird. Das ist gut so. Denn schon einfache Maßnahmen wie das regelmäßige Reinigen von Entwässerungsschächten und Bachbetten kann viel bewirken. Auch, wenn viele Betroffene das fordern: Die Vergrößerung sämtlicher Kanäle ist keine Lösung. Nicht nur, weil das unbezahlbar wäre, sondern auch, weil es um Wassermassen geht, die kein noch so großer Kanal bewältigen kann.

Die Landesregierung hat das Thema Hochwasserschutz seit vielen Jahren oben auf der Agenda. 1,1 Milliarden Euro wurden in den vergangenen 25 Jahren investiert. Und Mainz unterstützt die Kommunen nun auch in Sachen Starkregen gut. Was extrem schlecht läuft, sind allerdings die versprochenen Nothilfen des Landes. Da wurden falsche Hoffnungen geweckt. Das Verfahren ist so kompliziert, dass derzeit fraglich ist, ob Betroffene aus der Region überhaupt Geld bekommen. „Unbürokratisch“ und „schnell“, wie versprochen, ist das nicht.

Hochwasserschutz ist das eine, Klimaschutz das andere. Und eines steht fest: Vom Privaten bis hin zur Weltpolitik muss mehr getan werden, um die Erderwärmung zu bremsen.

k.demos@volksfreund.de