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Coronavirus: Der Shutdown kommt - Und die Freiheit auch wieder

Leitartikel Zum Kampf gegen Covid-19 : Unsere Freiheit ist wichtig. Und sie kommt wieder!

Deutschland kommt langsam zur Ruhe. Das sollen die neuen Regelungen bewirken. Bars, Diskotheken, Kneipen müssen vorerst schließen. Und: Das Verbot ist nachvollziehbar.

Am Wochenende waren manche unterwegs, als ob es die Gefahr der neuen Art des Coronavirus nicht geben würde. Überfüllte Cafés, Menschenmassen in einigen Geschäften – die Bilder waren surreal. Während Ärzte, Gesundheitsämter, Kliniken sich auf den Ernstfall vorbereiten, feierten einige gedankenlos vor sich hin. Nun müssen Verbote dafür sorgen, dass wir alle wieder unsere Freiheit zurückgewinnen.

Übrigens: Natürlich gab es keinen Grund, alle einzusperren. Selbst führende Virologen betonten, dass ein Spaziergang im Freien okay sei. Aber es ist eben zurzeit ein Unterschied, ob sich wenige treffen, die auch sonst Kontakt haben, oder ob wildfremde Menschen in Gruppen feiern. Die Verbreitung des Virus ist dann kaum mehr nachvollziehbar. Das ist übrigens ein großer Unterschied zu Firmen, bei denen Kontaktpersonen schnell ermittelt werden können. Jeder Einzelne ist zurzeit gefordert. Und es ist bitter: Weil wenige die Lage nicht ernst nehmen, müssen die Einschränkungen so drastisch sein.

Wir sind alle gefordert, trotz der Herausforderungen ruhig zu bleiben. Es wird in den nächsten Tagen etwa ganz sicher genügend Lebensmittel zu kaufen geben. Manch einer verfällt schon in Trauer, weil die Lieblingsnudelsorte nicht erhältlich ist. Gelassen bleiben: Das ist auch die richtige Devise bei mancher Nachricht, die in den sozialen Netzwerken kursiert. Bei WhatsApp verbreitete sich etwa die Nachricht, dass sich in einem Ort in der Eifel in der Disco 42 Menschen mit dem Coronavirus infiziert hätten. Hier ist der Begriff Fake News tatsächlich angebracht. Einer verbreitet Unsinn, etwa um Angst auszulösen – und viele teilen es, ohne kurz nachzudenken, warum weder Behörden, Ämter oder andere seriöse Quellen wie Zeitungen darüber berichten.

Angst zu haben, ist nichts Schlimmes. Dies sollten wir übrigens unseren Kindern ebenso vermitteln. Wichtig ist aber, wie man damit umgeht. Sich zu stellen, sich zu informieren und sich bei Gefahren zu überlegen, was jeder von uns dagegen tun kann, ist immer noch ein guter Ratschlag. Was ebenfalls oft hilft: Mit anderen darüber reden. Und zudem auf die guten Seiten schauen, die jede Krise birgt. So gibt es etwa in unserer Region zahlreiche Hilfsangebote. Menschen bieten an, für andere einkaufen zu können. Andere schicken Tipps, was Kinder in den nächsten Wochen zu Hause machen können. Über viele dieser Dinge wollen wir in den nächsten Wochen neben allen Informationen zum Coronavirus berichten. Nicht, um etwas schönzureden. Aber um die Mutmacher unserer Region in den Blick zu nehmen. Frauen und Männer, die helfen, egal ob ehren- oder hauptamtlich. Menschen, die dafür sorgen, dass wir bald wieder eines genießen können: mehr Freiheit.

t.roth@volksfreund.de