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Das Einmaleins der Nichtraucher

Meinung: Pro Zusatzfrei : Das Einmaleins der Nichtraucher

Man muss kein großer Mathematiker sein, um die täglichen Zusatzpausen von rauchenden Kollegen einmal hochzurechnen, wie es der Neustädter Wirt gemacht hat. Eine Kippe stündlich mal vier Minuten mal acht Arbeitsstunden macht etwa eine halbe Stunde pro Arbeitstag und damit rund zweieinhalb Stunden pro Woche.

Macht bei durchschnittlich 42 Arbeitswochen im Jahr zusammen rund 13 Tage, die der Raucher weniger malocht als sein nicht qualmender Kollege. Okay, ziehen wir noch ein paar Tage ab, weil jede zweite Kippe vielleicht tatsächlich in einer regulären Pause gepafft wurde: Aber dann bleiben immer noch eine gute Handvoll Tage übrig, an denen der Raucher qualmt statt zu arbeiten.

Wenn das dem Chef egal ist, kann sich der Raucher freuen. Er bekommt Zusatzpausen fürs gleiche Geld wie sein Kollege. Genau an dem Punkt aber gerät die Sache in Schieflage. Denn warum sollte ein Raucher im Job bessergestellt werden als ein nicht qualmender Mitarbeiter? Passt der Arbeitgeber an diesem Punkt nicht auf, gerät der Betriebsfrieden womöglich in Gefahr. Die benachteiligten Nichtraucher werden demotiviert oder sich ähnliche Auszeiten gönnen wie ihre rauchenden Kollegen. Zusätzliche freie Tage wären dafür ein probates Gegenmittel. Unterm Strich würden sie eine Ungleichung beseitigen. Auch dafür muss man kein Mathematiker sein.

r.seydewitz.@volksfreund.de