1. Meinung

Das hat bisher weder Hand noch Fuß

Das hat bisher weder Hand noch Fuß

Nicht nur der Zuschnitt der Pfarreien zählt.

Drei Dörfer dann eher zu Maxi-Pfarrei X als zu Maxi-Pfarrei Y oder noch eine Maxi-Pfarrei weniger. Dieses Spiel kann man noch beliebig lange weiterspielen. Es ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass entscheidende Fragen bei der Reform im Bistum Trier nicht geklärt sind.

Es geht beispielsweise um Hunderte Jobs. Was geschieht mit all den Pastoralreferenten, Bürokräften in den Pfarreien, Organisten oder Diakonen im Hauptberuf passiert. Werden die einfach von den jeweiligen Großpfarreien übernommen oder werden in schlankeren Strukturen auch weniger Mitarbeiter benötigt? Schließlich sind unter anderem angesichts der neuen Pfarrreiengröße die heutigen Dekanate wohl überflüssig. So viele Pfarrsekretariate wird es ebenfalls nicht mehr geben.

Und wie sollen diese riesigen neuen Einheiten überhaupt verwaltet werden? Sollen das die paar verbliebenen Pfarrer allein leisten oder werden aus den künftig nicht mehr benötigten Rendanten so etwas wie Verwaltungschefs?
Auch und gerade um das Engagement der Laien in den Räten muss man sich Gedanken machen. Nach aktueller Lage hat beispielsweise ein für Vermögensfragen verantwortlicher Verwaltungsrat maximal zehn Mitglieder. Diese paar Aufrechten können sicher nicht den Überblick über all die Kirchen und Pfarrheime in Pfarreien behalten, die flächenmäßig größer als das Bundesland Bremen sind. Und wo und wie kann ich eine Messe für den Patenonkel bestellen? Und so weiter.

Unterm Strich kumuliert das alles in einer Frage: Wie soll das alles geregelt werden, damit 2020 die neuen Pfarreien ihre Arbeit aufnehmen können? Dass die Bistumsreform allein dem Pfarrermangel geschuldet ist, wird niemand ernsthaft bestreiten. Es zeigt sich immer deutlicher, dass die sogenannten Pfarreien der Zukunft nicht mehr als eine in viele wohlmeinende Worte gefasste Vision sind. Das hat alles weder Hand noch Fuß. Es mangelt offensichtlich an strategischen Zielen. Und erst recht an dem, was Ökonomen einen Businessplan nennen.

Wer so trotz aller synodaler Anstrengung vorgeht, der setzt viel aufs Spiel: Das Vertrauen der Gläubigen, den Willen der heute noch zahlreichen Freiwilligen zum Engagement und schlimmstenfalls die Zukunft der katholischen Kirche im Bistum. Bleibt zu hoffen, dass, wie im Matthäusevangelium beschrieben, den Verantwortlichen doch noch ein Licht aufgeht.
h.jansen@volksfreund.de