Der Irrsinn im Netz

Der Irrsinn im Netz

Mit Facebook oder Google haben sich vor Heiko Maas auch schon andere Minister angelegt. Meist erfolglos.

Maas wird es da wohl nicht anders ergehen. Am Ende scheint die Politik gegen die Macht der Internet-Giganten machtlos zu sein. Vermutlich auch dann, wenn es um so ein wichtiges Thema wie die Hetze im Netz geht. Was auch damit zu tun hat, dass weit und breit kein überzeugendes und erfolgversprechendes Konzept zu entdecken ist, wie man rechtlich Einfluss auf Facebook & Co nehmen könnte.
Man kennt das aus der Wirtschaft: Selbstverpflichtungen sind oft nur Placebos. Ähnlich ist es mit den selbstauferlegten Standards. Das wird jetzt beim Hass gegen Flüchtlinge besonders deutlich. Längst haben sich die sozialen Netzwerke auch zu asozialen Netzwerken entwickelt - was die Konzernzentralen nicht allzu sehr stört. Obwohl sie mit ihrem Ruf spielen. Dass dem so ist, hat den politischen Diskurs in Deutschland massiv verändert. Dank Twitter und Facebook lässt sich der Meinungsirrsinn nicht einfach mehr aussperren. Beim Thema Flüchtlinge zeigt sich, dass die Basis des menschlichen Miteinanders nicht nur von ein paar Idioten aufgekündigt worden ist. Die große Zahl an Menschen, die anstacheln, nicht nur anonym, deren Beiträge verachtend sind und jeder Logik widersprechen, die nicht bereit sind, Fakten anzuerkennen, ist beängstigend.
Was tun? Soll Heiko Maas mit Facebook reden? Das schadet nicht. Was aber wirklich hilft, ist der Widerspruch im Netz. Den Demagogen muss die Stirn geboten werden, eine Gegenbewegung ist jetzt vonnöten. Damit nicht der Eindruck entsteht, die Menschenhasser seien die Mehrheit hierzulande. Sie sind es nicht.
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